Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Die Filialkirche Pyhrafeld – ein Mostviertler Juwel mit über 700-jähriger Geschichte

Foto: Ferdinand Bertl

Die Filialkirche Pyhrafeld in der Pfarre Steinakirchen am Forst wurde 1318 erstmals erwähnt. Vermutlich ist das Gotteshaus aber noch viel älter. Auf einer Seehöhe von 415 Metern gelegen gilt dieses religiöse Zentrum einer weitläufigen Streusiedlung rund um den Ort Pyhrafeld als Beispiel lebendiger Glaubenskultur inmitten des Mostviertels.

Pfarrer Hans Lagler ist stolz auf das eigenständige kirchliche Leben in dieser Rotte rund um Pyhrafeld mit Vorbeterinnen und Vorbetern, Kreuzweg- und Maiandachten, Rosenkranz- und Adventandachten, Betstunden usw. Vier Gottesdienste feiert er jedes Jahr in der Filialkirche: am Nikolaustag, am Osterdienstag, zum Fest der Geburt Johannes des Täufers und zu Maria Schmerzen (15. 9.).
Zum 700-Jahr-Jubiläum steht am 18. März (14 Uhr) eine Dankandacht mit dem Seitenstettner Abt Petrus Pilsinger auf dem Pyhrafelder „Liturgieplan“, der jährlich ausgearbeitet und an jedes Haus verteilt wird.
Ein eigenes Kirchenkomitee sorgt sich um die bauliche Erhaltung des Kleinods und um das kirchliche Leben. Die „gute Seele“ des Kirchleins am Berg ist seit über 25 Jahren Nachbarin Maria Distelberger. Sie ist Mesnerin, für das Auf- und Zusperren verantwortlich, sie hält in der kalten Jahreszeit die Zugänge schneefrei, kümmert sich liebevoll um den Blumenschmuck und auch um das Umfeld des Gotteshauses.

Von der Burgkapelle zur Kirche

Wahrscheinlich war die Apsis der Filialkirche einst die Kapelle einer kleinen Burg des Nizo von Pirchenfeld, der 1148 erstmals in einer Urkunde aufscheint. Einiges deutet auch darauf hin, dass der Platz schon im 2./3. Jahrhundert von den Römern als Turmstandort verwendet wurde.
Im 13. Jahrhundert ging der Besitz des Anwesens in das Eigentum der Zinzendorfer von Niederhausegg/Gresten über. Diese bauten die Burgkapelle zur Kirche aus, die schließlich 1318 neu geweiht wurde. Otto von Zinzendorf errichtete damals auch eine Stiftung: „dass man alle Mittwoche St. Nicolaus und alle Heiligen Gottes zu Lobe, singen oder sprechen soll eine Messe“. Diese Stiftung fiel dann dem Pfarrer von Steinakirchen zu.

Eine Pfarre, drei Gemeinden

1666 wurde das Amt „Pürkfeld“ samt Kirche vom Stift Seitenstetten gekauft und war bis 1848 in dessen Besitz. In diesem Jahr wurden die Grundherrschaften aufgehoben, Pyhrafeld eine eigene Gemeinde und die Kirche als Filialkirche wieder ganz der Pfarre Steinakirchen einverleibt. Seit 1971 ist Pyhrafeld Teil der Marktgemeinde Wang. Das heutige Pfarrgebiet von Steinakirchen erstreckt über rund 80 Quadratkilometer und umfasst die politischen Gemeinden Steinakirchen, Wang und Wolfpassing mit insgesamt rund 5000 Einwohnern. F. Bertl