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Dankesbrief von Bischof Klaus Küng

Liebe Mitchristen der Diözese St. Pölten! Es ist mir ein Bedürfnis, vor der Amtsübergabe am 1. Juli 2018 ein kurzes Grußwort an alle Gläubigen zu richten, auch wenn es im Herbst noch einen Abschiedsgottesdienst geben wird.

Ich beende diese fast 14 Jahre in der Diözese St. Pölten in großer Dankbarkeit. Ich durfte Land und Leute kennenlernen. Es ist ein schönes Land und ich konnte feststellen: In jeder Gemeinde gibt es Gläubige, denen die Kirche ein großes Anliegen ist und die zu großem Einsatz bereit sind.

Der Anfang in der Diözese war nicht einfach. Ich bin froh, dass es nach und nach ruhiger geworden ist, das Gesprächsklima unter den verschiedenen Gruppierungen besser wurde und ein neues Wir-Gefühl entstanden ist. Ich hoffe sehr, dass diese Entwicklung unter dem neuen Bischof anhält, die eingeleiteten Heilungsprozesse weiter fortschreiten und in ein gemeinsames Streben münden, den christlichen Glauben in der heutigen Zeit zu leben und zu verbreiten, auch unter jenen, die den Kontakt mit dem kirchlichen Leben verloren haben oder nie mit ihm wirklich verbunden waren.

Mich hat beeindruckt wahrzunehmen, wie sehr sich in diesen letzten Jahrzehnten Niederösterreich wirtschaftlich und in vielen Bereichen entfaltet hat. Ich denke z. B. an das Gesundheitswesen oder an die Schulen und Bildungseinrichtungen oder an das kulturelle Geschehen. Auch Kirchen und Klöster befinden sich im Großen und Ganzen in einem hervorragenden Zustand. Andererseits haben fast alle Pfarrgemeinden mit einem Rückgang der Glaubenspraxis zu kämpfen. In vielen Häusern ist das Licht des Glaubens sehr schwach geworden, nicht selten fast ganz erloschen, auch wenn es überall auch tiefgläubige Menschen gibt. Der Priestermangel, der uns zu schaffen macht, hängt mit dieser Situation zusammen. Ich wünsche der Diözese St. Pölten von Herzen, dass sie den Weg findet, der zu einem Neuaufwachen der Kirche in den Herzen der Menschen führt. Ich bete dafür und werde nicht aufhören, dafür zu beten, dass christliche Familien Initiativen ergreifen, um ihre Kinder und Jugendlichen wirksam zu begleiten, und Jugendliche, denen die Jüngerschaft Jesu wichtig ist, sich zu sammeln beginnen. So werden von neuem mehr christliche Familien entstehen und geistliche Berufe hervorgehen. Schon jetzt gibt es lebendige Keime, die wachsen. Gott lässt die Seinen nicht im Stich.

Gerade in diesem Land hat die Kirche im Verlaufe der Geschichte sehr unterschiedliche Situationen durchlebt: Es gab Phasen des Aufbruchs und der Stagnation, Blütezeiten und Zeiten arger Bedrängnis. Wir befinden uns derzeit in einer Periode des Übergangs. Ich hoffe, dass unter dem neuen Bischof im religiösen Bereich die Änderung zum Aufbruch, zur Mission, zum Positiven eintritt. Maria wird hier an vielen Orten sehr verehrt. Möge ihre Fürsprache alles zum Guten lenken, nämlich hin zu Jesus, ihrem Sohn, der die Welt errettet hat.

Mit herzlichen Segensgrüßen

+ Klaus Küng