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70 Jahre Katholische Frauenbewegung

Mit einem Festzug durch die Innenstadt von St. Pölten, einer festlichen Andacht und einer Agape im Bildungshaus St. Hippolyt beging die Katholische Frauenbewegung (kfb) der Diözese St. Pölten ihr 70-Jahr-Jubiläum.

Diese 70 Jahre Katholische Frauenbewegung der Diözese St. Pölten – das ist eine ganz schön lange Zeit. Es sind 70 Jahre, in denen Tausende von Frauen in unserer Diözese in und durch die kfb Stärkung in ihrem Leben erfahren haben. Eine Zeit, in der sich Frauen selbst, aber auch andere gestärkt haben. Es sind 70 Jahre, in der viele durch die Kraft dieser Glaubensgemeinschaft den Glauben erlebt, gespürt und weitergegeben haben. In diesen 70 Jahren haben sich Frauen eingebracht und eingesetzt für eine bessere und heilere Welt – und das tun sie noch immer. Es ist eine Zeit, in der Millionen Euros durch verschiedene Aktionen der kfb gesammelt wurden und in der durch die kfb weltweit ein Netzwerk der Nächstenliebe und Stärkung erfahrbar wurde“, mit diesen Worten blickte Anna Rosenberger bei der Feier zum großen 70-Jahr-Jubiläum am Samstag, 28. April, zurück auf die sieben Jahrzehnte seit Gründung der kfb in der Diözese St. Pölten.

Frauen – mitten in der Kirche

Angesetzt war das Fest am Tag vor dem Gedenktag für die heilige Katharina von Siena, der Schutzpatronin und Wegbegleiterin der kfb. Nach einem Zusammenkommen in den Pastoralen Diensten in der Klostergasse zogen rund 300 Frauen durch drei Stationen in der Innenstadt zum Dom zu St. Pölten – begleitet von Bischof Klaus Küng, Generalvikar Eduard Gruber, Bischofsvikar Gerhard Reitzinger und vielen anderen Ehrengästen. Zu Wort kamen an den Stationen u. a. die Vorgängerinnen von Anna Rosenberger: Annemarie Figdor und Helene Renner.

Annemarie Figdor, die die kfb von 1981 bis 1993 leitete, erinnerte sich an eine bewegte Zeit, in der sich die kfb u. a. für Frauen einsetzte, die Opfer von Gewalt geworden waren. Die kfb-Frauen heute rief sie auf: „Mein Anliegen ist, dass ihr die Keimzelle des christlichen Glaubens in den Familien bleibt.“

Helene „Heli“ Renner leitete die kfb von 1993 bis 2000.  Sie hob u. a. die Leitlinien hervor, die damals von der kfb Österreichs herausgegeben worden waren und die die kfb in der Diözese den Frauen in den Pfarren weitergeben habe: „Wir wollten den Frauen an der Basis zeigen, wo unsere Aufgaben in der Kirche liegen. Und zwar in allen Bereichen, die Kirche ausmacht. Uns war damals wichtig zu sagen: Die Frauen sind nicht ein Gegenüber, sondern sie sind mitten drinnen und wollen diese Kirche mitgestalten.“

Bei der festlichen Andacht im Dom gratulierte Bischof Küng der kfb. Dass Frauen in der Kirche wichtig seien, sei eindeutig, so der Bischof. Schon vor zwanzig Jahren hätten ihm die Männer mehr Sorgen bereitet, als die Frauen. In seiner Rede erinnerte er nicht nur an Maria von Magdala, die der Papst offiziell zu Recht „apos­tolorum apostola“ genannt habe, sondern auch an die heilige Katharina von Siena, „die tief in ihrem Glauben verwurzelt und tief in Christus begründet“ war. Auch heute, so Bischof Küng, braucht es die „apostolorum apos­tola“. Küng: „Es braucht Frauen in der Kirche, Frauen, die in der Liebe zu Gott, zu ihren Kindern und zu ihrem Mann, fest und stark bleiben und nicht weglaufen.“ Es braucht Frauen, die ihre Talente einbringen und anderen beistehen.

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister gratulierte der kfb seitens des Landes Nieder­österreich. Ihr als Frauen- und Familienlandesrätin sei es ein besonderes Anliegen, besonders Frauen zu stärken und zu ermächtigen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und ihnen Mut zu machen, Chancen, die sich bieten, zu ergreifen. Sie, so die Landesrätin, sei überzeugt, dass „unser Bundesland ohne die kfb-Frauen ein ganz anderes wäre“. „Es wäre kälter, es wäre weniger solidarisch, es wäre weniger lebenswert.“ Dass sich Frauen in der kfb engagieren, in der christlichen Tradition verwurzelt sind, mache sie stark. Sie sei stolz, so Teschl-Hofmeister, dass das Land Niederösterreich immer wieder kfb-Aktionen, wie das Benefizsuppenessen, unterstützen dürfe.

Abschließend gab es Blumen für Anna Rosenberger, die die kfb seit zehn Jahren leitet. Die Jubiläumsfeier endete mit einer Agape im Bildungshaus St. Hippolyt.     Sonja Planitzer