60 Jahre im Einsatz für benachteiligte Frauen

Katholische Frauengruppen in rund 100 Pfarren der Diözese St. Pölten engagieren sich für die „Aktion Familienfasttag“ und laden zum Fastensuppenessen ein.

Das Benefiz-Suppenessen im NÖ Landhaus mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bischof Klaus Küng und der Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung (kfb) der Diözese St. Pölten, Anna Rosenberger, am 20. Feb-ruar war auch heuer wieder Auftakt des Fastensuppenessens in der Diözese St. Pölten. Bischof Küng freute sich über die Initiative, die über so viele Jahrzehnte so viel Positives brachte und er dankte der Frauenbewegung für deren Engagement. Landeshauptfrau Mikl-Leitner sagte, das Tun der Frauenbewegung sei zutiefst christlich, weil es Hilfe zur Selbsthilfe ermögliche.

Bewusstes Teilen und solidarisches Handeln

Jedes Jahr in der Fastenzeit gehört das Fastensuppenessen zur Tradition der „Aktion Familienfasttag“. Die Aktion feiert heuer ein besonderes Jubiläum: 1958 – also vor 60 Jahren – wurde diese Initiative von der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Österreichs gegründet. Unter dem Motto „Bewusstes Teilen und solidarisches Handeln“ wollte man zur Bekämpfung des Hungers in der Welt einen Beitrag leisten. Heute fördert die Aktion über 100 Frauen-Projekte in Asien, Lateinamerika und Afrika. Mit den Projekten will man die Not von Menschen nicht nur kurzfristig lindern, sondern einen Wandel der Lebenswelt bewirken.

In vielen Pfarren in ganz Österreich werden von den kfb-Mitgliedern bei Gottesdiensten und entwicklungspolitischen Bildungsveranstaltungen Spenden gesammelt. In der Diözese St. Pölten beteiligen sich daran jedes Jahr Frauengruppen aus rund 100 Pfarren. Am 25. Februar, dem zweiten Fastensonntag, wird in vielen Pfarren wieder zum beliebten Fas­tensuppenessen eingeladen. Statt nach dem Gottesdienst ein üppiges Mahl zu sich zu nehmen, gibt es eine Fastensuppe. Dadurch wird gelebte Solidarität mit benachteiligten Frauen spürbar. Die Spenden werden in konkrete Projekte direkt vor Ort für die Verbesserung der Situation von Frauen und Kindern in Ländern des Südens eingesetzt.

Den Blick für die Bedürfnisse anderer öffnen


Die „Aktion Familienfasttag“ hat ein jährliches Spendenaufkommen von durchschnittlich 2,4 Millionen Euro. Es besteht eine enge Kooperation mit der Fastenaktion der Diözese St. Pölten. Fas-ten, so heißt es aus der kfb, ist eine Frage von Verantwortung und Solidarität. Fas-ten kann zur kritischen Prüfung der eigenen Bedürfnisse anregen und öffnet den Blick für die Bedürfnisse anderer.

 

Unterstützung für Frauen  und Mädchen in Kolumbien

Kolumbien ist das Schwerpunktland der heurigen „Aktion Familienfasttag“. Ana Maria Berrio, Beraterin und Mitglied von „Vamos Mujer“ („Vorwärts Frauen“) ist eine Projektpartnerin. Sie berichtete beim Benefizsuppenessen im NÖ Landhaus über die Situation von Frauen und Mädchen in ihrer Region. In Kolumbien ist Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein häufig auftretendes Phänomen. Frauen sind offiziellen kolumbianischen Berichten zufolge nicht nur innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt, sondern auch im privaten und öffentlichen Bereich. Die Abwertung und Geringschätzung von Frauen führt zu einer Gesellschaft, in der eine soziale und politische Teilhabe der Frauen behindert wird.

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg ist der Organisation „Vamos Mujer“ wichtig, dass die Frauenfrage auch in Friedensprozessen in Kolumbien mitbedacht wird. Die Arbeit der Organisation konzentriert sich momentan auf die Region Antioquia: verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen werden ermittelt und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft aufgezeigt. Mädchen werden sensibilisiert und gestärkt, um für sie eine Entwicklung zu fördern, die ein gewaltfreies Leben ermöglicht. In ganztägigen Workshops mit kreativen Methoden wie Tanz, Theater, Schreiben oder Handwerk werden verschiedenste Themen bearbeitet. Zusätzlich werden auch die Familien, vor allem die Mütter,  in eigene Diskussions- und Reflexionsrunden miteinbezogen – mit dem Ziel, ein sicheres familiäres Umfeld ohne Gewalt für Mädchen zu schaffen. Vom Büro in Medellín aus arbeitet „Vamos Mujer“ zeitgleich daran, Gewalt gegen Mädchen und weibliche Jugendliche sowie die Betreuungssituation von Gewaltopfern sichtbar zu machen und an die Öffentlichkeit zu bringen. Unterstützen kann man die „Aktion Familienfasttag“, indem man beim „Fastensuppenessen“ in der Pfarre Geld spendet.

Online-Spenden sind möglich unter: www.teilen.at

Spendenkonto: Spenden sind auch möglich durch direkte Einzahlung auf das Konto der „Aktion Familienfasttag“. IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000; BIC: GIBAATWWXXX

Absetzbar: Spenden an die „Aktion Familienfasttag“ der Katholischen Frauenbewegung sind steuerlich absetzbar (Re-
gistrierungsnummer beim Finanzamt SO 1500).