300 Jahre ‚Kremser Schmidt‘: „Das Strahlen des Sakralen“ | Kirche bunt
 

 
Interview mit Bischof Schwarz

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300 Jahre ‚Kremser Schmidt‘: „Das Strahlen des Sakralen“

Foto: Ferdinand Bertl

Der 300. Geburtstag des „Kremser Schmidt“ ist für das Diözesanmuseum St. Pölten Anlass, den großen niederösterreichischen Barockmaler mit einer umfassenden Ausstellung zu ehren.

Martin Johann Schmidt wurde in Grafenwörth geboren und in der dortigen Pfarrkirche am 25. September 1718 getauft. Von 1749 bis zu seinem Tod am 28. Juni 1801 wohnte der Künstler in Stein an der Donau und prägte mit seinen zahlreichen Werken die sakrale Kunstlandschaft vor allem der österreichischen Donauländer, indem er viele Kirchen und Klöster mit seinen Gemälden ausstattete.

„Gerade die Diözese St. Pölten weist in Kirchen, Pfarrhöfen, Klostertrakten und Stiftssammlungen eine enorme Fülle an Altar- und Andachtsbildern, Zeichnungen und Graphiken auf und kann mit gutem Grund als Zentrum seines Schaffens gelten“, sagt der Leiter des Diözesanmuseums, Dr. Wolfgang Huber. Von seinem Wachauer Wohnort aus lieferte Martin Johann Schmidt seine Gemälde in die nähere Umgebung und exportierte Auftragswerke in die Steiermark, nach Kärnten, Oberösterreich und Salzburg sowie in Nachbarländer wie Bayern, Mähren, Ungarn und das heutige Slowenien. Sogar Auftraggeber und Sammler in Polen und Russland versorgte er mit seinen Arbeiten.

Einsatz von Licht und Farbe

„Vor allem seine religiöse Malerei ist von einer tiefen, den Betrachter direkt ansprechenden Unmittelbarkeit charakterisiert, die sich von seinem in den 40er-Jahren des 18. Jahrhunderts einsetzenden Frühwerk an während seiner langen, gut 60-jährigen Schaffenszeit bis zu den letzten Werken ungetrübt erhalten hat“, so Diözesankonservator Wolfgang Huber. Im Zuge seiner Arbeit als junger Malergehilfe hatte Martin Johann Schmidt im ehemaligen Augustiner Chorherrenstift Dürnstein Gelegenheit, graphische Blätter zu studieren und in der reichen graphischen Sammlung der nahen Benediktinerabtei Göttweig konnte er seine diesbezüglichen Kenntnisse in großem Ausmaß vermehren. Gleichzeitig wirkten die gerade entstandenen oder in Ausfüh-rung befindlichen Werke und Freskenzyklen einiger der wesentlichen Exponenten der österreichischen Barockmalerei auf den jungen Künstler  direkt und intensiv ein.

„Schon früh sind die für seine Malerei bestimmenden Eigenschaften festzumachen: die sensible Farbgebung, die ‚offene Formgebung‘‚ und vor allem die typische Einbindung und Darstellung des Lichts. Die Szenen und Figuren werden durch das von aufleuchtenden Lichtherden evozierte ‚sakrale Innenlicht‘ im dämmrigen Farbraum akzentuiert“, schreibt Dr. Huber in der Broschüre zur Schmidt-Ausstellung.

Bei der Ausstellung im Diözesanmuseum werden aus räumlichen Gründen neben einigen größeren Altarbildern viele im Format kleinere Bildzyklen und Gemälde gezeigt, die zusammen mit den zeichnerischen und druckgraphischen Entwürfen und Bearbeitungen einen repräsentativen Einblick in das vielfältige Schaffen des Kremser Schmidt geben.

„In so vielen Kirchen und Klöstern unserer Diözese hat der ‚Kremser Schmidt‘ seine kü̈nstlerischen Spuren hinterlassen, dass seine Kü̈nstlergestalt mit der Wirkkraft der sakralen Baukunst des Barock in unserem Land untrennbar verbunden ist“, schreibt Bischof Klaus Küng im Vorwort des Katalogs, der zur Ausstellung erscheint. „Was mich am ‚Kü̈nstler Schmidt‘ immer besonders bewegt hat, war das tiefe, theologisch fundierte, bis ins kleinste Detail spü̈rbare Wissen um Glaubensinhalte, auch um die Geheimnisse unseres Glaubens. Der Glaube des Kremser Schmidt ist in jedem seiner Bilder erkennbar, erlebbar.“ Be

 

 

Ausstellung

„Out of the Dark“
„Kremser Schmidt – Das Strahlen
des Sakralen“ im Diözesanmuseum
St. Pölten, Domplatz 1.
5. Mai bis 31. Oktober
Di – Fr, 9 – 12 und 14 – 17 Uhr;
Sa, 10 – 13 Uhr; Montag geschlossen; So und Feiertag (nur im Juli und August), 10 – 13 Uhr.
www.dz-museum.at