Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Wort zum Sonntag – von Bischof Alfredo Schäffler

Mission im Herzen des christlichen Glaubens – Viele Menschen besitzen heute ein Handy, mit dem man auch fotografieren kann. Man sendet dann diese Fotos hinaus in die Welt, zu Freunden, Bekannten und Verwandten. Heute, am Sonntag der Weltmission, sind wir eingeladen, uns ein Bild zu machen von unserer Gemeinde, von unserer Kirche. Sind wir eine missionarische Kirche?

Das Evangelium ist eine Frohe Botschaft, die eine ansteckende Freude in sich trägt, sagt uns Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag. „Jesus ist der Weg, dem wir voller Zuversicht und Mut folgen sollen. Wenn wir ihm folgen, erfahren wir die Wahrheit und empfangen sein Leben, das die volle Gemeinschaft mit dem Vater in der Kraft des Heiligen Geistes ist. Dies befreit uns von jeder Form des Egoismus und ist Quelle der Kreativität in der Liebe.“

Durch unsere Taufe sind wir aufgerufen, die Frohe Botschaft an alle Menschen zu verkünden. Die Mission der Kirche wendet sich immer an alle Menschen guten Willens, um die verwandelnde Kraft der Frohen Botschaft zu verkünden. Die Freude, die aus dem Wort Gottes kommt, um unser Leben neu zu gestalten, müssen wir allen Menschen vermitteln. Alle Menschen haben ein Recht auf die Wahrheit und diese kommt vom Wort Gottes, das der Kirche zur Verkündigung anvertraut ist.

Viele denken bei Mission zuerst an Spenden. Aber kann es oft nicht einfacher sein, eine Spende für die Mission zu geben, als am Arbeitsplatz oder in der Familie von Jesus Christus zu reden? Mission fordert immer wieder auf, weiter zu pilgern durch die Wüsten des Lebens, Weggefährte zu sein für die Menschen, die nach dem Sinn des Lebens suchen. Menschen, die vom Wohlstand erstickt oder so fasziniert sind, dass sie alles aufgeben, um bei vergänglichen Gütern eine Antwort auf ihr Suchen zu finden. Jesus wirkt weiter als Guter Hirte, der ohne Unterlass nach denjenigen sucht, die sich auf gewundenen und ziellosen Pfaden verirrt haben, sagt uns Papst Franziskus. Vor solchen Menschen Christus in Tat und Wort zu bezeugen ist Mission.

Die Kraft der Veränderung

Gewiss, die Opferbereitschaft vieler einzelner Mitchristen und die großen Hilfen durch Missio Austria ermöglichen es in vielen Teilen der Welt, Christus als Leben, Wahrheit und Weg zu verkünden. Papst Franziskus sagt dazu: „Wir sind eine lebendige Weltkirche. Wir teilen gerne mit den Armen. Wir geben mit unserer Spende dem christlichen Glauben Zukunft.“ So bedeutet Mission auch hinauszugehen, an jene Wege, wo Menschen die Randerfahrung machen, dass sie am existenziellen und materiellen Ende stehen. Wo Menschen die bittere Erfahrung machen, sie werden von unserer Gesellschaft nicht gebraucht, sie sind überflüssig geworden in der Konsumgesellschaft von heute. Durch die Kirche führt Christus auch heute seine Mission als barmherziger Samariter fort, indem er die blutenden Wunden der Menschheit heilt.

Viele Wege habe ich als Priester und Bischof zu den Menschen zurückgelegt. Mehr als sechzehnmal habe ich gleichsam die Welt umrundet bei meinen Wegen durch die Diözese, auf allen Transportmitteln, die zur Verfügung standen, um zu den Menschen zu gelangen, wo sie leben. Und das habe nicht nur ich als Bischof getan. In über tausend kleinen Gemeinden vermitteln in unserer Diözese Parnaíba heute Katechisten den Glauben an Kinder und Jugendliche. Dies geschieht in der dreijährigen Vorbereitung auf die Erstkommunion und in der zweijährigen Vorbereitung auf die Firmung. Diese Katechisten sind Männer und Frauen, die jeden Sonntag in den kleinen Gemeinden das Wort Gottes verkünden.

Die Verkündigung des Evangeliums bei unseren Mitmenschen, da wo wir leben und auch an den Rändern der Welt, hat ein und dasselbe Ziel: Diejenigen, die Jesus mit Glauben und Liebe aufnehmen, sollen die verwandelnde Kraft des Geistes des Auferstandenen erfahren können. Jesus wird ihr Weggefährte. Deshalb dürfen wir die Begeisterung für den missionarischen Auftrag als Christen nie verlieren (Evangelii Gaudium, 80).


Dom Alfredo Schäffler stammt aus der Pfarre Waidhofen an der Ybbs und war viele Jahre Bischof der Diözese Parnaiba in Brasilien. Seit seinem Rücktritt als Bischof im Jahr 2016 ist er als „Kaplan“ im Fischerdorf Cajueiro da Praia in der Diözese Parnaiba tätig.