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Was mich trägt - Mag. Leopold Wieseneder

Foto: Hans Pflügl

„Die Gespräche waren mir wichtig“: Mag. Leopold Wieseneder, 63 Jahre, verheiratet, Vater von zwei Kindern und Großvater von drei Enkelkindern, war viele Jahre Organisationsleiter im Bildungshaus Stift Zwettl. Ein Porträt von Mag. Hans Pflügl.

Nun hat er Zeit, abzuschalten und durchzuatmen. Leopold Wieseneder sitzt entspannt zu Hause im Wintergarten und lässt seine Zeit Revue passieren. 37 Jahre lang war er im Bildungshaus Stift Zwettl beschäftigt. Als Organisationsleiter mit allem, was dazugehört. Er war gleichsam „die Seele des Hauses“, wie er genannt wurde. So ist er zahlreichen Gästen, Besuchern wie Referenten aus nah und fern, ein Begriff geworden.

Der studierte Theologe und Germanist hatte in Salzburg begonnen, Religion zu unterrichten. Doch schon bald sattelte er in die Erwachsenenbildung um. So ist der gebürtige Ruprechtshofner nach dem Studium wieder zurück in seine Heimatdiözese und hat im Bildungshaus Stift Zwettl sein berufliches Ziel gefunden.
„Das Stift Zwettl war immer schon ein offenes Haus“, sagt er rückblickend. Das hat ihn damals wie heute fasziniert. In den folgenden Jahrzehnten hat er dem Bildungshaus dann auch seinen Stempel aufgedrückt. „Am wichtigsten für mich und meine Arbeit waren die Gespräche“, schildert er. Dabei ging es nicht nur um reine Sachthemen. Man sprach „über Gott und die Welt“. So kamen immer auch grundlegende Fragen zur Sprache, blickt er zurück. Wichtig war ihm, „alles was Menschen bewegt, anzusprechen, auch ihre Prob­leme, und dann Lösungen aufzuzeigen“. Das Bildungshaus Stift Zwettl hat eine lange Tradition an Meditationsangeboten. Und so konnte Wieseneder darin auch seine Ideen umsetzen: Besinnungstage von Zenmeditation bis hin zur christlichen Mystik.
Die Kraft für seine Arbeit mit den täglichen Herausforderungen holte er sich bei Spaziergängen und Wanderungen. „Gehen macht den Kopf frei – man kann seine Gedanken ordnen“, ist er überzeugt. So ist er stets von zuhause zum Bildungshaus gegangen, oft mehrmals am Tag. Er ist auch heute noch täglich unterwegs – bei Regen und trotz Minusgraden im Winter. Auf dem Jakobsweg zu wandern sei dabei nicht so wichtig – auch wenn er ihn etappenweise schon begangen hat.
Für die neue Periode ist er wieder in den Pfarrgemeinderat gewählt worden. Ihm schweben noch so manche Initiativen vor. Was Leopold Wieseneder noch begeis­tert, ist neue Literatur und anspruchsvolle Bü­cher zu lesen. Etwas, wofür er in den vergangenen Jahren kaum Zeit gehabt hat. Und so vertieft er sich wieder in zeitkritische Literatur, Kunst und neue theologische Ansätze.