Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Was mich trägt - Mag. Josef Kirchner

Mag. Josef Kirchner, 57 Jahre, verheiratet, drei erwachsene Kinder, Fachinspektor für Religion an Berufsschulen sowie an Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen.

Volle Begeisterung zeigt sich in seinen Worten und im Ausdruck, wenn er von den Bergen erzählt. Ebenso bewegend klingt es, wenn Josef Kirchner über Glaube und Religion spricht. Eigentlich wollte der Gymna­siast aus Zwettl einst Bauer werden. „Das Stift war für mich ein Ort intensiven, offenen Lebens“, erinnert er sich. So schnupperte er nach der Matura in das Studium für Bodenkultur, versuchte es dann mit Sport, denn ihn hat alles interessiert. Eine Verletzung zwang Josef, sich weiter umzusehen. Bei Theologie blieb er schließlich hängen – „aus Interesse“, wie er sagt.

Es war das „lustvolle, geistige Auseinandersetzen mit dem Glauben“, was ihm bis heute geblieben ist. Nach zwei Jahren Religionslehrer an der HAK Tulln war er 23 Jahre am Piaris­ten­gym­na­sium Krems, ehe er Direktor am BORG Krems wurde – und nach sieben weiteren Jahren Fachinspektor für Religion.

Seine zweite Leidenschaft, die Liebe zu den Bergen, wurde durch ein Buch von Herbert Tichy – „Cho Oyu. Gnade der Götter“ – geweckt. Zum „40-er“ machte er dann seine erste große Bergtour auf den Elbrus im Kaukasus. Seitdem hat ihn das Bergfieber nicht mehr losgelassen. „Das intensive Naturerlebnis, die Weite, das Leuchten der Sterne in der Nacht – es ist ein anderer Zugang zur Schöpfung.“ Bergsteigen ist für ihn wie „wallfahren auf hohem Niveau“, wo es Einsamkeit und viel Zeit zur Besinnung, zum Nachdenken, zum Beten gibt. Seit damals hat Josef Kirchner viele Dreitausender bestiegen. Vor zehn Jahren konnte er seinen ers­ten Achttausender erklimmen – den Cho Oyu im Himalaya, seinen Kindheitstraum. Eine „physische und psychische Grenzerfahrung“, wie er sagt.

Das schönste Erlebnis für den begeisterten Theologen und Pädagogen war vor drei Jahren die Erstbesteigung des 7.129 Meter hohen Kokodak Dome im westlichen China. „Am Berg konzentriert sich das Leben – Gedanken kommen und gehen, man meditiert, man betet“, weiß er. „Und wenn man vom Berg zurückkommt, ist man ein anderer geworden.“ So holt sich der sportbegeisterte Fachinspektor Kraft immer wieder aus seinen Touren. In dieser Funktion möchte er die Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe begleiten, denn Religion vermag der Schule wie auch der Gesellschaft viel zu bringen, ist er überzeugt.