Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Unsere Missionare und Missionsschwestern

Ordensfrauen und -männer sowie Priester aus der Diözese St. Pölten sind in verschiedenen Erdteilen als Missionare und Missionsschwestern tätig. Ihr Wirken für arme und benachteiligte Menschen steht gerade am Missionssonntag im Mittelpunkt des Interesses.

Pater Leopold Kropfreiter ist Priester der Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens und stammt aus der Pfarre Arbesbach. Seit 2008 arbeitet er in der Mission in Kasachstan, seit 2011 wirkt er im Norden des Landes, rund 100 Kilometer von der russischen Gren­ze entfernt in einem recht abgelegenen Gebiet, wo er die Pfarren Korneevka und Tonkoschorovka betreut. Zudem ist P. Leopold seit 2013 Missio-Nationaldirektor für Kasachstan.
„In den neun Jahren, die ich in Kasachstan lebe, durfte ich mit vielen Familien und Menschen in Kontakt kommen. Dabei musste ich feststellen, dass besonders Familien unter großen Schwierigkeiten zu leiden haben. Es gibt eine große Zahl alleinerziehender Mütter, deren Partner verstorben oder nicht präsent sind. Viele dieser ,Single-Familien‘ leben in einer geistig wie auch materiell schlimmen Situation. Als Alleinverdiener sind sie zuhause oft kaum präsent, sie sind häufig verschuldet und in verschiedenen Abhängigkeiten“, berichtet P. Leopold Kropfreiter über sein Projekt „Familienförderung“, mit dem Familien, die er persönlich kennt, in schwierigen Situationen unterstützt werden. Ihnen wird z. B. geholfen, Brennmaterial für den Winter zu kaufen oder überhaupt die Unterkunft oder den Unterhalt für die Familie sicherzustellen. Zudem betreut die Gemeinschaft in Korneevka ein Gymnasium, einen Kindergarten und ein Internat, womit den Kindern und Jugendlichen bessere Zukunfts­chancen geboten werden.

Wie P. Leopold Kropfreiter sind insgesamt elf Missionsschwestern und Missionare aus der Diözese St. Pölten weltweit in armen Gegenden eingesetzt. Sie leben mit ihrem Einsatz Barmherzigkeit und tragen so die Botschaft Jesu weiter. Zu ihnen gehört auch Dom Alfredo
Schäffler. Der emeritierte Bischof von Parnaiba in Brasilien stammt aus Waidhofen an der Ybbs und ist seit seinem Rücktritt als Bischof im Jahr 2016 als „Kaplan“ im Fischerdorf Cajueiro da Praia in der Diözese Parnaiba tätig.

Ein bekannter Missionar aus der Diözese St. Pölten ist auch Pfarrer Martin Römer. Er stammt aus der Pfarre Groß-Siegharts und ist seit über 20 Jahren als „Priester der Armen“ in Mexiko-Stadt tätig. Dort betreut er nicht nur eine Pfarre, sondern hat u. a. auch ein Emmaus-Haus für Kranke, Behinderte und Migranten aufgebaut.

P. Bernhard-Miguel Schelpe, der von 1966 bis 1992 als Geraser Prämonstratenser in der Diözese St. Pölten tätig  und von 2011 bis 2017 in der Pfarre Gatterhölzl in Wien eingesetzt war, ist heuer wieder in sein Mutterklos­ter
Itinga nach Brasilien zurückgekehrt.

Sieben Ordensfrauen als Missionsschwestern im Einsatz

Sieben Ordensfrauen aus der Diözese St. Pölten leben schon jahrzehntelang in armen Ländern der Welt. Zu ihnen gehört Sr. Teresa Steinböck, die aus Unterkilling (bei Weißenkirchen an der Perschling) stammt. Sie lebt seit 52 Jahren in San Lorenzo in Paraguay und ist heute im Exerzitienhaus für kleinere Arbeiten eingesetzt.

Sr. Cassiani Theiss von den Mariannhiller Missionsschwestern vom Kost­baren Blut ist seit 1965 in Ash­wood in Südafrika tätig und hat dort eine Weberei aufgebaut. Heute betreut die 86-Jährige im Haus ältere Mitschwestern.

Sr. Irene Viti von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern in Graz stammt aus der Pfarre Pottenbrunn und ist seit Jänner 1983 im St. Georgs-Krankenhaus in Istanbul tätig.

Sr. Magna Zusser von den Schwes­tern vom Göttlichen Erlöser kommt aus der Pfarre Purgstall an der Erlauf und ist seit 50 Jahren in San Salvador de Jujuy in Argentinien eingesetzt.

Sr. Erlinde Klinger (83) von den Steyler Missionsschwestern ist seit 53 Jahren in Santiago de Chile im Provinzhaus eingesetzt. Sie stammt aus Stölzles im Waldviertel und verrichtet heute kleine Dienste im Provinzhaus der Gemeinschaft.

Auch Sr. Elissa Ringler gehört zu den Steyler Missionsschwestern. Sie stammt aus der Pfarre Persenbeug. Die heute 79-Jährige wirkt seit 1964, mit einer Unterbrechung, als sie von 1998 bis 2012 im Generalat in Rom tätig war, auf Timor. Auf der Sundainsel im Indischen Ozean unterstützt Sr. Elissa viele junge Mädchen und Postulantinnen bei der Ausbildung.

Sr. Johanna Datzreiter von den Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens stammt aus Frankenfels und war 43 Jahre in der Mission in Westafrika eingesetzt, darunter viele Jahre in Liberia. Aus Altersgründen ist sie heuer nach Österreich zurückgekehrt. In einem Brief an Missio St. Pölten bringt sie auf den Punkt, was wohl für alle unsere Missionare und Missionsschwestern gilt: „Ich danke Gott für all die Jahre meines Missionsdienstes; wir konnten Hilfe, Trost und Zeugnis sein und mit der Hilfe der Heimat konnten wir viel Gutes tun. Vergelt’s Gott allen!

 

 

Gebet, Bildung und Spende

Der Weltmissionssonntag am Sonntag, 22. Oktober, ist die größte Solidaritäts- und Umverteilungsaktion der Welt. Eine Milliarde Katholiken weltweit sammelt und betet für den Aufbau der Kirche in den Ländern des Südens. Die „Missio-Sammlung“ sichert die materielle Grundversorgung der ärms­ten Diözesen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Päpst­lichen Missionswerke heben im Auftrag des Papstes und der Bischöfe in allen Ländern die Kollekte zum Aufbau der Kirche ein und verantworten die gerechte Verteilung der Mittel.

Die Päpstlichen Missionswerke Österreich (Missio) haben heuer als Beispielland für den Weltmissions-Sonntag Kenia gewählt. Eines der Missio-Projekte in Kenia wurde im Vorfeld bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt: Die 32-jährige Sophie Otiende, die sich heute mit der internationalen Institution HAART gegen Menschenhandel engagiert, ist selbst mit 13 Jahren Opfer dieser modernen Form von Sklaverei geworden: „Das war für mich das schrecklichste Jahr meines Lebens“, erzählt sie: „Ich hatte das Glück, einen Weg aus dieser Situation finden. Deshalb werde ich nicht aufhören, mich immer weiter gegen Menschenhandel zu engagieren.“ Sophie Otiende leistet heute wichtige Präventionsarbeit und unterstützt vor allem junge Frauen, die Schlimmes erlebt haben und tief verletzt wurden: „Manche von ihnen wurden gezwungen, für ausländische Touristen als Sex-Sklavinnen in den Strandhotels von Kenia zu arbeiten. Andere gerieten durch Jobangebote im Internet an Menschenhändler, die sie in die Vereinigten Emirate oder nach Saudi-Arabien lockten. Dort wurden sie von arabischen Männern geschlagen und sexuell ausgebeutet.“

FAIRändere die Welt: Die Jugendaktion von Missio und der Katholischen Jugend findet alljährlich im Oktober, dem Monat der Weltmission, statt. Jugendliche bieten in Pfarren, Schulen oder Gemeinden Schokopralinen und Bio-Fruchtgummitierchen an. Mit dem Erlös werden weltweit Jugendprojekte unterstützt.

Die Spende kommt dem Aufbau der Kirche in den über 1.100 Missionsdiözesen in Afrika, Asien und Lateinamerika zugute. Die drei Säulen der Missionswerke sind Gebet, Bildung und Spende. „Missio“ ist in mehr als 150 Ländern vertreten.

„Missio“ der Diözese St. Pölten wird von Diözesandirektor Mag. Chris­tian Poschenrieder geleitet. Spenden können auf das Konto der Missio, Päpstliche Missionswerke, Diözesanstelle St. Pölten bei der BAWAG P.S.K. überwiesen werden. IBAN: AT25 6000 0000 9038 1100; BIC: BAWAATWW; das Kennwort lautet: WMS.