Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Hoffnungslicht für Jugend in Burkina Faso

Seit 2011 engagiert sich das Stift Melk für Kinder- und Jugendprojekte in Burkina Faso. Mithilfe österreicherischer Spenderinnen und Spender sowie in Zusammenarbeit mit der Diözese Ouahigouya konnte jungen Menschen geholfen und ihnen neue Perspektiven eröffnet werden.

Dass es nicht bei einem einzigen Besuch bleiben dürfte, dachte sich der Melker P. Felix Fütterer bereits 2011 während seines ersten Aufenthalts im westafrikanischen Burkina Faso. Berührt von der „Fröhlichkeit, der großen Gastfreundschaft, aber auch der Armut der Burkinabé“ (so werden die Einwohner von Burkina Faso genannt, Anm. der Red.) initiierte er noch im gleichen Jahr die Unterstützung des Geschwisterpaars Yacouba und Rasmata durch das Stift Melk.

Doch es blieb nicht nur bei der Unterstützung dieser beiden jungen Menschen – weitere Projekte kamen  hinzu: So wurden unter anderem in kleineren, einmaligen Aktionen an verschiedenen Orten Brunnen errichtet. Langfristig konzentriert sich das Melker Engagement jedoch auf drei größere Projekte: die Unterstützung der École Basnéré und der Mädchenschule College Sainte Marie in der im Norden des Landes gelegenen Region Ouahigouya, sowie einer Schule in Namisgma.

So soll es den 600 Schülerinnen und Schülern der École Basnéré ermöglicht werden, regelmäßige und, so P. Felix, „sättigende“ Mahlzeiten in der Schule einnehmen und so bei Prüfungen bessere Konzentrations- und somit auch Schulleistungen erbringen zu können. Die Kosten für eine ausreichende Schülermahlzeit (bestehend aus Reis oder Hirse) belaufen sich auf gerade einmal zehn Eurocent!

In derselben Region befindet sich das College Sainte Marie, welches von 700 Schülerinnen besucht wird. Hier wurde mit österreichischer Hilfe eine Küche mit Gasherd und mehreren Waschbecken errichtet, welche, so P. Felix „tadellos“ funktionieren. Ebenfalls wurde der Grundstein für eine Krankenstation gelegt und ein Pick-up-Wagen besorgt. Die Schule in Namisgma liegt wiederum im Goldminengebiet Burkina Fasos. Die in Form von Schulgeld geleistete Unterstützung kann zwar nicht verhindern, dass die Schülerinnen und Schüler trotzdem zusätzlich arbeiten und so zum Familienbudget beitragen müssen, doch die Unterstützung soll ihnen die Chance geben, sich „jenseits der dunklen Goldminen“ eine Zukunft aufzubauen, sagt P. Felix. Weiters wurde zur Trinkwasserversorgung der Schülerinnen und Schüler ein Brunnen auf dem Schul­areal errichtet. Dies ist bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von rund 30 Grad von enormer Wichtigkeit!

Einander helfen, voneinander lernen

Auch vom positiven interreligiösen Zusammenleben im von sonst so vielen Schwierigkeiten belasteten Land weiß P. Felix zu berichten. Der Geistliche, der seit 2011 immer wieder zu den unterstützten Projekten reist, pflegt bis heute eine Freundschaft mit dem zu Beginn bereits erwähnten Geschwisterpaar. Der Moslem Yacouba errichtete im Hof seines Hauses die kleine Nachbildung einer Moschee. Auch wenn es, so P. Felix, „seltsam anmuten mag“, so bildet eben jene Miniatur-Moschee zu Weihnachten die Kulisse für die Krippe. P. Felix betont: „Es ist wunderbar, wie harmonisch Christen und Moslems in Burkina Faso miteinander leben und feiern!“ Er beschreibt den „gegenseitigen Respekt vor der Religion des anderen“ als groß, was in vielen anderen Regionen „leider alles andere als selbstverständlich“ sei.

Dass die Unterstützung für die jungen Menschen in Burkina Faso auch für junge Menschen in Österreich wertvoll und gewinnbringend sein kann, zeigt u. a. ein Projekt des Stiftsgymnasiums Melk: Zwei Klassen  pflegen  eine Brieffreundschaft in französischer Sprache mit Schülerinnen der Klasse 1A des College Sainte Marie.
Das Hauptziel des sozialen Engagements für Burkina Faso, so P. Felix, muss besonders in Zeiten „wachsender Flüchtlingsströme“ sein, den Burkinabé Sicherheit und die Aussicht auf eine Zukunft und „Perspektiven“  in ihrer Heimat zu schenken. Sarah Triml

 


Burkina Faso: Hilfe für das drittärmste Land dieser Welt

Land und Leute: Das statistisch gesehen drittärmste Land der Welt befindet sich nahe der von Dürre bedrohten westafrikanischen Sahelzone. Ouagadougou ist die Hauptstadt des Landes, das mit 273.600 km2 mehr als dreimal so groß wie Österreich ist. Burkina Faso, das sich 1960 von der französischen Kolonialherrschaft befreien konnte, bedeutet übersetzt „Land der aufrechten Menschen“. Mehr als 60 Ethnien leben hier zusammen, welche zu 40 Prozent einer indigenen, 50 Prozent der muslimischen und 10 Prozent der christlichen Religion angehören. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 59 Jahre. Da die Analphabetenrate bei über 60 Prozent liegt, wird die Unterstützung von Schulprojekten als besonders vorrangig erachtet.

Zur Person P. Felix Christof Fütterer OSB: Der gebürtige Baden-Württemberger und ausgebildete Heilpraktiker P. Felix Fütterer trat vor seinem Studium in Salzburg und München in die Benediktinerabtei St. Bonifaz ein. Wenige Jahre später wurde seine ewige Profess auf das Stift Melk übertragen, wo 2009 P. Felix’ Priesterweihe stattfand. Seither ist er als Leiter des stiftlichen Gästehauses tätig sowie als Infirmar für alte und kranke Mitbrüder verantwortlich. Darüber hinaus bietet
P. Felix Exerzitien an und ist seit 2011 als Leiter des sozialen Engagements des Stiftes Melk in Burkina Faso tätig.

Unterstützung aus Österreich: Auf vielfältige Weise wurden die Projekte des Stiftes Melk in Burkina Faso hierzulande bereits unterstützt. So auch in diesem Jahr: Die Firmlinge der Amstettner Pfarre St. Stephan bastelten Osterkerzen, deren Verkaufserlös sie den Projekten zudachten. Mithilfe des Rotary Clubs Melk konnte im heurigen März die Special Olympics Teilnehmenden aus Burkina Faso mit Sportminister Sylvain Zingue vor ihrer Weiterreise in die Steiermark in Melk bewirtet und beherbergt werden. Im Juni dieses Jahres fand weiters eine „Musikalische Charity-Schifffahrt“ zugunsten des Baus einer Krankenstation in Burkina Faso statt, welche die Brandner Schifffahrt sponserte. Auf dem Foto oben: P. Felix Fütterer, Abbé Felix und Barbara Brandner.

Spenden für die Projekte in Burkina Faso: Christof Fütterer Burkina Faso, Sparkasse Niederösterreich AG, BIC: SPSPAT21XXX, IBAN: AT42 2025 6000 0142 3516