Gottesdienste für Familien und Kinder

Viele Pfarren unserer Diözese feiern regelmäßig Familiengottesdienste. Die Umsetzung ist so bunt und vielfältig wie es die Gemeinden selbst sind. „Kirche bunt“ machte einen Blick hinter die Kulissen von sechs Pfarren.

Lasst die Kinder zu mir kommen“ –  an diesen Worten Jesu orientieren sich die Pfarren, wenn es um die Umsetzung von Familiengottesdiensten geht. Die Durchführung kann unterschiedlicher nicht sein: ob eine gemeinsame Feier mit der ganzen Gemeinde oder ein Wortgottesdienst eigens für die Kleinsten, ob mit Maskottchen oder ganz klassisch mit vorgetragenen Texten. Die Teams – meist engagierte Mütter, Religionslehrer/innen oder Pastoralassistent/innen – beweisen dabei immer wieder große Kreativität!

Vom Kinderchor bis zur „Kirchenmaus“

Ein Blick in die Pfarre Zwentendorf zeigt, dass sich dort der Kinderchor einmal wöchentlich zum Singen trifft. In der Woche vor Familienmessen sind alle Kinder der Pfarre zu diesen Treffen eingeladen, um die Inhalte für die Messe miteinander zu erarbeiten. Die Mädchen und Buben studieren Lieder und Texte ein, bas­teln und überlegen sich gemeinsam mit dem Vorbereitungs­team Methoden, um die Botschaft des Evangeliums verständlicher zu machen. Bei der Gestaltung und musikalischen Umrahmung der Messe sind sie dann maßgeblich beteiligt.

In der Pfarre Rabenstein gibt es „tierische“ Unterstützung bei der Gestaltung der Familienmesse: Friedl die Kirchenmaus verdeutlicht nicht nur den Kindern der Pfarre das Thema des Gottesdienstes, auch Erwachsene erfreuen sich über die einfachen und klaren, wenn auch manchmal frechen Worte der Handpuppe, welche am Beginn des Familiengottesdienstes von der Kanzel spricht. Elemente wie Fürbitten, Kyrierufe und auch Teile der Predigt werden von Kindern gestaltet. Darüber hinaus wird auch die Lesung an den acht Familiengottesdiensten im Jahr in kindgerechter Sprache gelesen.

Eigene Wortgottesfeier

Monatlich bzw. in der Advent- und Fas­tenzeit wöchentlich gibt es in der Pfarre Eggenburg Kinderwortgottesfeiern. Dabei findet die Feier für Kinder getrennt vom Sonntagsgottesdienst statt. In Form von Geschichten, Liedern oder Bastelarbeiten wird den Kleinen das Wort Gottes nähergebracht. Gemeinsam mit ihren Eltern und den Leiterinnen der Kinderwortgottesfeiern ziehen sie nach der Predigt in die Kirche ein und berichten, was sie erlebt haben. Einmal im Monat wird der Sonntagsgottesdienst in der Pfarre Eggenburg von Familien musikalisch und liturgisch gestaltet. Für diese besonderen Messen formiert sich der Familienchor der Pfarre jedes Mal ein wenig anders. Pro Gottesdienst lassen sich bis zu 40 Familien von der freudvollen Gestaltung begeis­tern.

Im klassischeren Sinn begeht die Pfarre St. Oswald (Dekanat Maria Taferl) ihre monatlichen Familienmessen. Im Kindergarten und in der Schule studieren die Kinder für die Gottesdienstgestaltung Texte und Lieder ein. Oft werden die Messen auch genutzt, um Erstkommunionkinder und Firmlinge vorzustellen oder die neuen Minis­trant/innen aufzunehmen. Besonders erfreut ist die ältere Generation über die Lebendigkeit der Messe und die Auswahl der Lieder, denn es wird bewusst darauf Wert gelegt, neue und alte Lieder zu singen, um alle Generationen anzusprechen.

Mut zu Veränderungen beweist die Pfarre Loosdorf. Hier gibt es schon seit Ende der 1980er-Jahre Kinderwortgottesfeiern, deren Gestaltung im Laufe der Zeit angepasst und verändert wurde. Auch gegenwärtig ist eine Umstrukturierung der Familienmesse angedacht. Gab es in den letzten Jahren monatlich wäh­rend der Schulzeit einen Familiengottesdienst, bei dem die Kinder vom Beginn bis zum Ende eingebunden waren, hat sich das 12-köpfige Team aktuell dazu entschieden, schon den Beginn der Messe bis zur Eucharistiefeier separat mit den Kindern im Pfarrheim zu feiern. Dadurch besteht die Möglichkeit, das Wort Gottes kindgemäß zu vermitteln und sich für ihre Sicht der Dinge Zeit zu nehmen. Nach dem Einzug in die Kirche wird dann berichtet, was die Kinder gehört haben.

Das 10-jährige Familiengottesdienst-Jubiläum feierte kürzlich die Pfarre Biberbach. Das Familienmess­team sorgt sich hier um rhythmische Lieder und alle Kinder der Pfarre werden eingeladen, während der Messe im Altarbereich mitzusingen und zu musizieren. Die Kinder bekommen so die Möglichkeit, aktiv am Gottesdienst teilzunehmen und ihn mitzugestalten (siehe auch Titelfoto).Victoria König

 

Nützliches zur Gestaltung von Familiengottesdiensten

Die wichtigsten Informationen für eine kindgerechte Messgestaltung inkl. Gestaltungsideen und Hochgebete für Kinder zusammengefasst bei der Katholischen Jungschar der Erzdiözese Wien unter:
https://wien.jungschar.at/pfarre/kinderliturgie/kindgerechte-messgestalt...


Gottesdienstvorschläge und Tipps zu Gestaltungsmöglichkeiten für Kinder-, Jugend- und Familiengottesdienste sowie für Krabbelgottesdienste bei der Fachstelle für Liturgie der Pastoralen Dienste:
http://liturgie.dsp.at/einrichtungen/liturgie/kinder-jugend-und-familien...

Workshop „Kinder- und Familiengottesdienste gestalten und leiten“:
Inhalt: „Der Christ/die Christin der Zukunft wird eine Persönlichkeit sein!“ (Paul M. Zulehner), Gottesdienstformen, Gestaltungsmöglichkeiten und Grenzen, praktische Tipps, Lied- und Textgestaltung,... Die nächsten Workshops finden statt im Bildungshaus Stift Zwettl und im BildungsZentrum St. Benedikt in Seitenstetten.

Bildungshaus Stift Zwettl: Do, 19. April 2018,
von 17 bis ca. 20.30 Uhr.

BildungsZentrum St. Benedikt: Do, 3. Mai 2018, von 17 bis ca. 20.30 Uhr.

Kosten: keine;

Anmeldung bei Manuela Gerstl, Tel. 02742/324-3332, ;

Referentinnen: Mag. Angelika Widrich, Mag. Andrea Moser.