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Fasching – Zeit des Humors und Lachens

Foto: W. Zarl

Humorvolle Begebenheiten erlebt wohl jeder Mensch im Laufe des Jahres – Kirche bunt hörte sich in der Faschingszeit in der Diözese St. Pölten nach solchen um.

Auch in der Kirche haben der Humor und das Lachen durchaus ihren Platz, denn schon in der Bibel steht geschrieben: „Alles hat seine Zeit … Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; .…“ (Kohelet 3,1-11). Zeit für Lachen – das gilt ganz besonders im Fasching, wenn in Pfarren z. B. zum Pfarrball oder Gschnas geladen wird oder der eine oder andere Pfarrer die Gläubigen mit einer Faschingspredigt erheitert.
So manches heitere Erlebnis rund um den Dienst für und in der Kirche wird gerade im Fasching zum Besten gegeben. Kirche bunt hat sich in der Diözese St. Pölten umgehört und einige heitere Geschichten zusammengetragen.

Verwechslung und Missverständnis

Eine Verwechslung der besonderen Art erlebte P. Benjamin Schweighofer vom Stift Göttweig bei seiner ersten Hochzeit, bei der er seine Nachbarin trauen durfte. Beim anschließenden Hochzeitsmahl wurde er von einem Musikanten mit den Worten begrüßt: „Ah, der erste Maschkera ist auch da.“ Dabei muss man wissen, dass als Maschkera nicht eingeladene Freunde des Paares maskiert zur Hochzeitsfeier erscheinen und nach etwas Schabernack die Braut in ein anderes Lokal entführen. „Ich hab den Spaß mitgemacht und erst um vier Uhr morgens hat sich das Missverständnis aufgeklärt. Dem Musikanten war das sehr peinlich und er hat sich oftmals entschuldigt“, erinnert sich P. Benjamin lachend zurück.

Keine Verwechslung, aber ein Miss­verständnis sorgte bei Richard Wöginger, Mesner von Maria Taferl, für ein Schmunzeln. „Da kam ein Herr in die Sakristei und wollte eine heilige Messe aufschreiben lassen. Ich fragte ihn: Bitte auf welche Meinung? Da sagt der Mann: Bitte, um die Genesung für die verstorbene Mutter.“ Erst beim Nachfragen klärte sich auf, dass der Mann da einiges durcheinander gebracht hatte. Eigentlich wollte er zwei heilige Messen bestellen: Eine um die Genesung eines Familienangehörigen und die zweite für die verstorbene Mutter.
Eine humorvolle Geschichte wusste auch Dechant P. Clemens Reischl, Pfarrer von Mautern, zu erzählen: „Sonntag um neun Uhr, Sportlermesse im Fußballstadion des SC Mautern. Mit dem kleinen Funksender schalte ich aus der Ferne vier Glocken unserer Ste­phans­kirche ein. Aber ich höre kein Geläute und denke, dass der Funk den Turm nicht erreicht hat. Eine halbe Stunde nach Messbeginn kommt einer aus dem Mesnerteam vorbei und organisiert sich einen Kirchenschlüssel. Denn: Vollgeläute seit einer halben Stunde. Wie sich zeigte, hatte der Ostwind den Glockenklang donauaufwärts getragen. Am Nachmittag pos­tete mir Fritz Gall, ein bekannter Wachauer Künstler aus Mauternbach: ,Lieber Clemens, danke, dass du heute eigens für mich die Glocken eingeschaltet hast. Als ich mit dem Joggen begann, fingen die Glocken zu läuten an. Sie hörten erst wieder auf, als ich nach 40 Minuten vom Laufen wieder heim kam.‘ Da musste ich antworten: ,Lieber Fritz, es war offenbar toll für dich, vom Glockenklang begleitet zu werden, doch du missverstehst etwas: Die Glocken sollten dich nicht begleiten, sondern dich rufen – in die Kirche!‘“

Kindermund und Tierisches

Dechant Jacobus Tisch erinnert an Juni 2015, als die Wolfsbacher Blasmusik ihr 90-jähriges Bestehen feierte und es einen Festzug gab, an dem sich auch die Pfarre beteiligte. „Wir stellten auf einem Pferdewagen die Übergabe der Pfarre an das Stift Seitenstetten im Jahre 1142 dar. Die Requisiten kamen aus dem Stift, ein Pfarrgemeinderat stellte den Bischof dar, ein Pfarrmitglied den Abt, der Mesner zeigte als damaliger Pfarrer die Über­gabe­urkunde und der Pfarrer spielte den Mes­ner mit Klingelbeutel. Die Gruppe kam gut an und erregte großes Aufsehen. Auch wir selber hatten großen Spaß, trotzdem empfand ich unseren Auftritt auch als eine Sache von historischem Gewicht und heiligem Ernst, bis ich ein Kind rufen hörte: ,Mama, schau, da kommt der Nikolaus!‘“
Ein „tierisches“ Erlebnis wiederum hatte Regionalbegleiterin Michaela Lugmaier beim Bibelkurs in der Pfarre Waidhofen/Ybbs. Während sie das Vorwort von Papst Franziskus zur Youcat-Bibel vorlas, saß neben ihr Philo, die Katze des Pfarrhauses, und hörte andächtig zu – nämlich während aller drei Teile. Michaela Lugmaier schmunzelnd: „Der Kurs war aber nicht für die Katz’, es ist viel hängen geblieben.“
So manche heitere Geschichte weiß man auch von Bekannten, von Freunden oder Verwandten. Wie z. B. jene von einem bekannten Kirchenmusiker, dessen Tochter sich vom Christkind eine CD des Teenie-Stars Justin Bieber wünschte. Der Vater, ein Freund klassischer Barockmusik, machte sich etwas irritiert auf den Weg, um das Geschenk zu besorgen. Weil ihm die Angelegenheit etwas peinlich war, suchte er nicht das übliche Fachgeschäft auf, sondern ging in einen kleinen, ihm unbekannten Laden. Beim Betreten die Überraschung. „Aber Herr Oberkirchenmusiker, das ist ja eine Freude! Grüß Gott, was darf’s denn sein?“, wurde er freundlich begrüßt. Verschämt sagte der: „Eine CD von Bieber.“ Darauf der Verkäufer: „So ein Glück, die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Biber haben wir sogar lagernd!“
Dass es auch bei ernsteren oder gar traurigen Anlässen mitunter einen Grund zum Schmunzeln geben kann, zeigt folgende Begebenheit bei einem Begräbnis: Ein alter Mann und passionierter Kartenspieler wird zur letzten Ruhe getragen. Am offenen Grab steht die Trauergemeinde – unter ihnen auch seine drei Kartenfreunde. Einer von ihnen hält eine bewegende Rede und wirft abschließend ein Packerl Spielkarten ins Grab – mit den Worten: „Pfüat di Gott Franz und bleib schön g’sund.“

Auch der Bischof muss manchmal schmunzeln

Und auch unser Bischof Klaus Küng hat so manches heitere Erlebnis. Vor allem auch dann, wenn er Kindergärten oder Schulen besucht. So stellte ihm ein Volksschüler, zum Erschre­cken der Schulleiterin, die Fra­ge: „Muss ein Bischof eine Glatze haben?“ „Meine Antwort“, so der Bischof schmunzelnd: „Nicht unbedingt“. Und ein Kindergartenkind erzählte seiner Mutter begeistert: „Mama, heute war der Papst bei uns.“ Die Mutter klärte den Buben auf, dass das der Bischof gewesen war, da antwortete der Knabe: „Ach so, das stimmt. Aber weißt Du, Mama, er hat ein viel zu kleines Käppchen auf.“ Sop

 

Grün in Grün


Anna Rosenberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten, über ein Erlebnis bei einem Gottesdienst, das nicht nur bei ihr für Schmunzeln gesorgt hat.

Es war in einem Sommersonntagsgottesdienst. Während der Predigt fiel mein Blick – ganz versunken in der Auslegung der Heiligen Schrift – auf den Rücken einer älteren Frau, die schräg vor mir saß und ein wunderschönes grünes Kostüm anhatte. Doch was sah ich beim näheren Hinschauen? Eine ebenso grüne, mindes­tens sechs Zentimeter lange Heuschrecke, die sich langsam zwischen den Schulterblättern der Frau in Richtung Nacken bewegte. Ich hielt die Luft an und berührte meinen Mann sachte am Ellbogen, um ihn auf die Heuschrecke aufmerksam zu machen.

Wahrscheinlich spürte die Heuschrecke, dass sie ab nun beobachtet wurde, denn sie änderte die Richtung und bewegte sich wieder langsam abwärts. Just in diesem Moment war die Predigt zu Ende, alle sagten „Vergelt’s Gott“ und standen auf. Die Heuschrecke wanderte über den Rücken der Frau hinunter zu. Mittlerweile waren auch einige andere Sitznachbarn auf das Tier aufmerksam geworden und wir hielten die Luft an, als sich alle nach den Fürbitten wieder hinsetzten. Nach ihrer Position hätte die Heuschrecke eigentlich zerquetscht sein müssen – so dachten wir alle und warteten auf das nächste Aufstehen. Dies ließ nicht lange auf sich warten und mit einer gewissen Erleichterung stellten wir fest, dass die Heuschrecke das Anlehnen an die Bank gut überstanden hatte und seelenruhig wieder ihren Weg nach oben nahm.

Endlich nahm sich unser Sitznachbar, der hinter der Frau saß, einen Anlauf und fegte das Tier mit einer leichten Handbewegung vom Rücken – es war ein Kunststück, denn er wollte ja die Frau nicht erschrecken. Die Heuschrecke schien also weg. Doch siehe da, als wir zum Sanctus alle aufstanden, war sie wieder da und wiederholte ihren Auf- und Abstieg auf dem Rücken der Frau, die noch immer nichtsahnend vor uns stand. Die Heuschrecke ging sogar beim Kommuniongang mit nach vorne und wieder zurück. Sie fühlte sich am Rücken der Frau offensichtlich wohl. Erst beim Rausgehen aus der Kirche machten wir die Frau auf ihren „Gast“ aufmerksam. Wie erwartet, entfuhr ihr ein Schreckensschrei (und das hatten wir während der Messe zu verhindert versucht), als sie die Heuschrecke vor der Kirchentür in den nächstgelegenen Rosenstrauch hüpfen sah. Noch lange verband uns alle, die wir dieses Schauspiel miterlebt hatten, mit einem Schmunzeln die Erinnerung an diesen Gottesdienst.