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Eine „Institution“ geht in Pension

Foto: Wolfgang Zarl

Nach 36 Dienstjahren geht der in der Diözese St. Pölten allseits anerkannte und beliebte Ordinariatssekretär Mag. Franz Weißenböck in Pension. Zum Abschied überreichte ihm Bischof DDr. Klaus Küng das Hippolyt-Ehrenzeichen in Gold.

Ich denke gerne an diese Zeit zurück und danke allen für das vertrauensvolle und res­pektvolle Miteinander“, mit diesen Worten verabschiedete sich Mag. Franz Weißenböck bei einem diözesanen Abschiedsfest in die Pension. Unter drei Bischöfen, vier Generalvikaren und zwei Ordinariatskanzlern habe er gedient, hielt Weißenböck Rückschau. Über die Jahre sei für ihn zur Diözese eine vertraute, fast familiäre Beziehung, entstanden. Weißenböck: „Ich möchte keinen Tag missen.“ Im Besonderen dankte er Generalvikar Mag. Eduard Gruber, „dass du mir in diesen neun Jahren immer freundschaftlich und vertrauensvoll gesinnt warst“ und Bischof Küng für sein „Wohlwollen und Entgegenkommen“.
Ordinaritaskanzler Gottfried Auer würdigte Mag. Weißenböck für seine Gewissenhaftigkeit und Verlässlichkeit. Mag. Weißenböck sei über die Jahre für alle Pfarrer und PfarrsekretärInnen in der Diözese die wichtigste Auskunftsperson geworden. „Sie sind nicht nur ein Sekretär im landläufigen Sinn, sondern eine Institution im guten Sinn geworden, dafür gebührt ihnen unser besonderer Dank.“

Diesen besonderen Dank überreichte Bischof Klaus Küng in Form der höchsten Auszeichnung, die die Diözese vergeben kann: das Hippolyt-Ehrenzeichen in Gold. „Damit wollen wir unsere Dankbarkeit zeigen und diesen Lebenseinsatz als etwas ganz Wertvolles und Gutes würdigen“, so der Bischof. „Ich war von Anfang an dankbar für diese völlig loyale, verantwortungsbewusste und verlässliche Zusammenarbeit.“ Er, so der Bischof, habe bald gemerkt, dass Mag. Weißenböck nicht nur ein aktiver und wertvoller Mitarbeiter war, sondern auch „jemand, der die Kirche liebt“.

Diese Liebe zur Kirche entwickelte sich bei Mag. Weißenböck schon von Kindesbeinen an. „Ich stamme aus einem Elternhaus, einem Bauernhof, wo man den Glauben nicht erklären musste. Der wurde mir vorgelebt“, so der Ordinariatssekretär im Gespräch mit Kirche bunt. Aus Hollenstein bei Kirchberg am Walde stammend, zog er bereits als Zehnjähriger nach Wien, wo er das Piaristengymnasium besuchte. Dorthin kehrte er Jahre später – nach der Oberstufe im Aufbaurealgymnasium in Horn und dem Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Wien – 1977 als Religionslehrer zurück. 1981 schließlich übersiedelte er auf Wunsch des damaligen Ordinariatskanzlers Fasching unter Bischof Zak nach St. Pölten, wo er am 1. September seinen Dienst als Ordinariatssekretär und Notar beim Diözesangericht antrat. „Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe“, versichert Mag. Weißenböck. Dankbar ist der Ordinariatssekretär und bischöfliche Notar, dass seine Frau Monika – mit der er zwei Kinder hat – diesen Schritt mitgegangen ist.

Neben der alltäglichen Arbeit, erlebte Mag. Weißenböck nicht nur beim Katholikentag 1983 in Wien erstmals so richtig Weltkirche, sondern war auch mitwirkend an zwei Papstbesuchen (in Enns-Lorch und in St. Pölten), zwei Bischofseinführungen (Bischof Krenn und Bischof Küng), zwei Bischofsweihen (Weihbischof Fasching, Weihbischof Leichtfried) und dem Diözesanjubiläum 1985 beteiligt. Rückblickend – nach fast 36 Jahren im Dienst der Diözese St. Pölten – überwiegt für Franz Weißenböck das Gute und Positive bei Weitem. „Mein Beruf hat mir die Buntheit des Christseins gezeigt und er hat mich immer wieder gelehrt, dass wir gemeinsam als Volk Gottes unterwegs sind.“ In der Pension will der Neo-Pensionist nicht nur seinem Hobby, dem Wandern, frönen, sondern vor allem auch weiterhin mit Menschen in Kontakt bleiben – als langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Dompfarre St. Pölten und als ausgebildeter Vorlesepate in hiesigen Schulen und Seniorenheimen. Und was wünscht sich Mag. Weißenböck für die Zukunft der Kirche? „Wir haben natürlich eine Zeit der Veränderungen. Aber es ist immer wieder so im Leben, dass man Gewohntes und Festgefahrenes verlassen und Neues wagen muss. Wenn man da Vertrauen in Gott hat, dann sollte nichts schief gehen. Ich glaube, dass Verzagtheit und Angst uns nicht weiterbringen. Der Mut zum Glauben ist für mich etwas Unabdingbares.“ Sonja Planitzer