Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Droß im Zeichen des Fatima - Jubiläums

Er ist einer der jüngsten Wallfahrtsorte und die einzige „Fatima-Pfarre“ der Diözese: Droß im südlichen Waldviertel. Seit über 60 Jahren pilgern Gläubige hierher. Im Fatima-Jubiläumsjahr 2017 verdienen Droß und die Fatima-Feiern in weiteren Pfarren besondere Aufmerksamkeit – vor allem wegen des Gebets um den Frieden.<--break->
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, hat sich der Ort Droß zu einem beliebten Wallfahrtsziel ent­wickelt. Die neu errichtete Pfarrkirche wurde 1953 vom St. Pöltner Bischofkoadjutor, dem späteren Wiener Kardinal Dr. Franz König, geweiht.

Von Anfang an war Droß ein Gebetszentrum im Sinne der Botschaft von Fatima. Seit Beginn pilgern Jahr für Jahr über 2.000 Gläubige zu den Fatimafeiern, die jeden ersten Samstag und jeden 13. Kalendertag eines Monats stattfinden. Es ist ein Ort des Gebetes, vor allem des Rosenkranzes und der Hoffnung: Hoffnung auf weltweiten Frieden, wie es das Anliegen von Fatima ist.

Pilger aus vielen Pfarren

Auch am 13. März sind über 100 Pilger nach Droß gekommen. Meist in kleinen Fahrgemeinschaften. Gläubige aus Horn und Eggenburg, aus Großglobnitz und Thaya und aus weiteren Pfarren, vornehmlich aus dem Waldviertel. Sie nehmen teil an der zweiten Vorbereitungsfeier zu „100 Jahre Fatima“. In den Sommermonaten, wenn die Fatimafeier erst am Abend beginnt und mit einer Lichterprozession endet, kommen weitaus mehr Pilger, gibt Wallfahrtsseelsorger Mag. Robert Bednarski zu verstehen.
Eine Pilgerin ist mit ihren zwei Freundinnen aus Langenlois da. Sie unterstreicht: „Seit dem Beginn der Wallfahrt 1954 komme ich hierher. Weil es mir ein Anliegen ist.“ Ein anderer Wallfahrer bringt es auf den Punkt: „Weil wir heute so viel Gewalt in der Welt erleben, brauchen wir das Gebet um Frieden. Darum bin ich hier.“

Pilger suchen Gemeinschaft

In der Kirche ist es still. Sie füllt sich langsam. Ab und zu hört man die Tür vom Beichtstuhl knarren. Pater Robert Bösner vom Stift Altenburg ist heute der Beichtvater. Über eine Stunde lang, bis zum Beginn der Messfeier ist er im Beichtstuhl. Es sind Dutzende, die zu ihm kommen.
„Immer wieder sind es auch jüngere Leute, die im Beichtstuhl ein Gespräch suchen“, weist Wallfahrtsseelsorger Ro­bert Bednarski hin. Er mache die Erfahrung, dass viele Pilger bei der Wallfahrt die größere Gemeinschaft im Glauben erfahren wollen, die sie in ihrer Heimatpfarre oft nicht mehr erleben.
Gerade die Krankensegnung bei den Fatimafeiern berührt auch jene, die Probleme und Leid mit sich tragen. Wenn er mit der Monstranz durch die Kirche geht, „spüren die Menschen förmlich die Nähe Gottes im eucharistischen Brot: Er kommt zu uns, uns zu helfen. Er ist nahe“, sagt Bednarski.
Beim Rosenkranzgebet vor der Heiligen Messe vermischt sich das Gebet der Gläubigen mit dem Surren des Baukrans vor der Kirche, wo gerade der Turm saniert wird. Er ist im vergangenen Sommer durch einen Brand zerstört worden. Es scheint wie ein gemeinsamer Aufbruch zu sein – „Erneuerung außen und innen“, kommt einem in den Sinn.

Feuer am Dach“

Es muss ein gewaltiger Schock gewesen sein, als am 24. Juli vergangenen Jahres etwa eine Stunde nach Mitternacht ein Blitz in den Turm eingeschlagen hat und das Turmdach samt Dachstuhl ein Raub der Flammen wurde. Nur dem schnellen Eingreifen von mehr als 100 Feuerwehrleuten war es zu verdanken, dass der Schaden nicht größer wurde. Die Schlussarbeiten der Sanierung sind derzeit voll im Gange. Für den zuständigen Pfarrer Mag. Pawel Sordyl und die ganze Pfarre war es eine große Freude, dass die Glocken der Wallfahrtskirche rechtzeitig zu Ostern wieder erklingen konnten.
 
Maria ermutigt

Fatima hat eine kirchliche Tradition, unterstreicht Wallfahrtsleiter P. Robert Bösner dann in der Predigt. Denn beim Rosenkranzgebet werde das Leben Jesu an der Hand Mariens betrachtet: „Auf Jesus kommt es an!“ Er verweist auf eine Darstellung Mariens mit ausgebreiteten Armen und brennendem Herzen, die sich im spanischen Kloster von Tuy befindet. Luzia, eines der Seherkinder, ist dort 1926 in das Noviziat eingetreten. Dort ist ihr auch Maria erschienen, die sagte: „Habe Mut, es wird alles gut, ich bin bei dir!“ Diese Ermutigung drücke auch die Marienstatue von Tuy aus, erläutert P. Robert und lässt ein Bild dieser Statue mit dem Jubiläumsgebet von Fatima an alle Wallfahrtsteilnehmer austeilen.

Marienpark und Kapellen

Unmittelbar neben der Kirche befindet sich der 1997 geweihte Marienpark. An diesem Tag liegt er ruhig und still im milden Sonnenschein. In ihm befinden sich zwei Kapellen. Die Rosenkranzkapelle mit einer Ma­rienstatue von einem Künstler aus Fati­ma, die bereits 1987 durch Bischof Alberto Cosme do Amaral von Leiria-Fatima geweiht wurde. Die zweite Kapel­le ist die der seligen Kinder Francis­co und Jacinta. Diese hat Bischof Dr. Klaus Küng 2008 geweiht. Sie wurde von den Mitgliedern der Ver­einigung „Fatima-Apostolat-Pilgerreisen“ erbaut. Dieser Verein ist es auch, der Wallfahrten fördert, plant und organisiert. Seit seinem Bestehen im Jahr 2001 hat er etwa 50 Wallfahrten durchgeführt, 17 davon nach Fatima in Portugal. Vorher war es das „Fatima-Apostolat der Wallfahrtskirche Droß“. Seit 1983 kann man insgesamt 80 Wallfahrten mit über 2.500 Teilnehmern verzeichnen.
Hans Pflügl
 

 

Fatimafeiern in der Diözese St. Pölten

Droß: Fatimafeier jeden 13. des Monats (ganzjährig)
Euratsfeld, Kirchlein Aigen: Fatimafeier jeden 13. des Monats von Mai bis Oktober (Ausnahme: 15. August)
Stift Geras: Monatswallfahrt jeweils am 13. des Monats
(Ausnahme: 6. Juni)
Grainbrunn: Fatimafeier am 13. des Monats von Mai bis Oktober
Heiligeneich, Schlosskapelle Atzenbrugg: Fatimafeier an jedem 13. des Monats von Mai bis Oktober
Kloster Hainstetten bei Viehdorf: Fatimafeier an jedem 13. des
Monats von Mai bis Oktober
Krenstetten: Fatimafeier an jedem 13. von Mai bis Oktober
Mank: Fatimafeier jeden 13. des Monats von Mai bis Oktober
Maria Jeutendorf: Fatimafeier jeden 13. von Mai bis Oktober
Maria Laach: Fatimafeier jeden 13. von Mai bis Oktober
Neuhofen/Ybbs: Fatimafeier jeden 13. von Mai bis Oktober
Pyhra: Monatswallfahrt jeden 13. des Monats (ganzjährig)
St. Georgen/Ybbsfelde: Fatimafeier an jedem 13. des Monats von Mai bis Oktober
St. Oswald: Fatimafeier an jedem 13. von Mai bis Oktober
Vestenthal: Fatimafeier an jedem 13. von Mai bis Oktober
Waidhofen/Ybbs: Fatimafeier jeden 13. des Monats (ganzjährig)
Waldenstein: Fatimafeier an jedem 13. von Mai bis Oktober

Eine aktuelle Auflistung aller Fatimafeiern mit dem genauen Programm an den jeweiligen Orten finden Sie  unter: http://100jahrefatima.dsp.at/100jahrefatima/
fatimakirchen-der-dioezese-st-poelten.
Die Termine werden – ebenso wie die von Monatswallfahrten an anderen Tagen des Monats – regelmäßig in „Kirche bunt“ angekündigt.

 

Höhepunkte in Droß

 
Die Fatimafeier am 13. Mai, dem 100. Jahrestag der ersten Erscheinung Marias vor den Fatimakindern, beginnt um 18 Uhr mit abschließender Lichterprozession. Diese Feier wird P. Benjamin Schweighofer OSB, Kaplan in Mauern, leiten.
Am 2. September ist in Droß die zent­ra­le diözesane Feier zum 100-Jahr-Jubiläum von Fatima mit Bischof Dr. Klaus Küng, der dabei auch die nach dem Brand sanierte Kirche segnen wird.