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Der Mensch im Blickfeld

Foto: Hans Pflügl

Johann Lechner, 64 Jahre, drei erwachsene Kinder, Geschäftsführer von GESA (Gemeinnützige Sanie­rungs- und Beschäftigungs-GmbH) St. Pölten.

Mit 26 MitarbeiterInnen und weiteren 75 Arbeitsplätzen bietet die GESA jährlich für 150 Personen eine sinnvolle Arbeit. Dazu gehören betreute Beschäftigung, Arbeitstraining, Beratung, fachliche Qualifizierung usw. Ziel ist es, Menschen auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu bieten.
Nach seiner Tätigkeit als Sekretär und Leiter der Katholischen Arbeiterjugend (KAJ) hat der nun­mehrige GESA-Geschäftsführer Johann Lechner 1981 die öko-orientierten EVI-Läden (Erzeuger-Verbraucher-Initiativen) in St. Pölten, Krems und im Waldviertel aufgebaut. „Wichtig war mir das Zusammenspiel von Gerechtigkeit, Gesundheit und Umwelt“, sagt er.

Nach zwölf Jahren fühlte er sich ausgelaugt und stieg aus. Es folgte eine Auszeit von fünf Monaten. „Da habe ich gesehen, was es heißt, arbeitslos zu sein. Ich nutzte die Zeit, um meine eigenen inneren Licht- und Schattenseiten zu erkennen und anzunehmen. Wandern, der Austausch mit anderen Menschen und Texte von spirituellen Lehrern wie Anselm Grün wurden mir lebenswichtig.“


1993 stieg Lechner beim „Verein Wohnen“ ein. Dieser gibt Menschen Wohnung und Arbeit. „Mit neuer Energie und Freude konnte ich hier meine Fähigkeiten und Ideen verwirklichen“, erklärt er. Menschen in Not bräuchten Respekt, Wertschätzung und konkrete Angebote. „Wir haben mit Projekten begonnen, wo sich Obdachlose selbst ihre Wohnung schafften“, erzählt er. Diese Initiative hat eingeschlagen. 2001 gründete er daraus die GESA, deren Geschäftsführer er bis heute ist.
„Ich freue mich, wenn ich sehe, dass Menschen, die durch lange Arbeitslosigkeit mürbe, verzweifelt und oft auch depressiv geworden sind, nach kurzer Zeit aufrecht, lächelnd und selbstbewusst von ihrer neuen Arbeit erzählen.“

Kraft holt sich Lechner unter anderem beim jährli­chen Wandern auf europäischen Jakobs- oder Franziskuswegen. In zwei Jahren wird er „loslassen“ und sich in die Pension verabschieden. Das „Feuer“, so ist er überzeugt, werden seine KollegInnen weitertragen und dabei die Mitmenschen im Blickfeld haben. Hans Pflügl