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Bildungshaus Stift Zwettl ist jetzt barrierefrei

Das Zisterzienserstift Zwettl ist Träger des ältesten Bildungshauses in der Diözese St. Pölten. Seit wenigen Wochen präsentiert sich das Haus barrierefrei. Zentrales Element dieser Umgestaltung ist ein neuer Lift, den Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am 8. Juni im Rahmen eines Tages der offenen Tür segnen wird.

Im Jahr 2014 ist das Bildungshaus des Stiftes Zwettl 90 Jahre alt geworden. Das Haus befindet sich im sogenannten Kaisertrakt des Waldviertler Stiftes, „obwohl nie ein Kaiser da war“, wie der Altabt Prl. Wolfgang Wiedermann sagt. Er ist seit über 40 Jahren geistlicher Leiter der Bildungseinrichtung. Es war der Onkel des früheren Abtes Bertrand Baumann, Pater Robert Baumann, der mit seinen Burschen-Exerzitien den „Grundstein“ für das Bildungshaus gelegt hat. Seither hat es sich vom Exerzitienhaus zu einer Erwachsenenbildungseinrichtung entwickelt, die aus der Region nicht mehr wegzudenken ist. Zum 90-jährigen Bestandsjubiläum im Jahr 2014 zählte man rund 6.000 Besucher bei 219 Veranstaltungen.

Das Haus wendet sich „an alle, die ihr Leben – als Person, in Beziehung und Gesellschaft, in Religion und Glauben – bilden und entwickeln wollen“ heißt es in der Einladung auf der Homepage des Bildungshauses. Neben zahlreichen Eigenveranstaltungen steht es auch Gastgruppen offen, „deren Zielsetzung dem christlichen Geist des Hauses nicht widerspricht“. Für die ersten Burschen-Exerzitien im Jahr 1924 musste aufgrund der zahlreichen Anmeldungen der Kurs zweigeteilt werden auf Gruppen mit 41 und 35 Teilnehmern. Die Exerzitien wurden in den folgenden Jahrzehnten zu einem Hauptanliegen des Hauses. Angeboten hat man aber auch andere Kurse, wie einen dreitägigen landwirtschaftlichen Kurs für die katholischen Burschenvereine. Die Bildung der ländlichen Bevölkerung in beruflicher, geistiger und religiöser Hinsicht war eine Idee, die sich wie ein roter Faden durch all die Jahre zog.

Das Zweite Vatikanische Konzil brachte eine Neubesinnung christlichen Lebens, die auch im Programm des Bildungshauses Niederschlag fand. In den 60-er Jahren bildeten geistliche Übungen, Besinnungswochenenden und Einkehrtage den Hauptteil des Angebots. Dazu kam bald eine Ausweitung durch Themen wie Jugendarbeit, Erziehungshilfen, Ehevorbereitung, Bäuerinnen- und Bauerntage usw. Die jährliche Bäuerinnenwoche ist noch heute ein Fixpunkt im Veranstaltungsprogramm.

Atmosphäre eines altehrwürdigen Klosters

Die Lage von Stift Zwettl, abseits großer Ballungsräume, ermöglicht Erholung und Konzentration auf das Wesentliche. In der Atmosphäre eines altehrwürdigen Klosters kommt die Annehmlichkeit eines überschaubaren Seminarortes mit individueller Betreuung besonders zum Tragen. Auch wenn die Nachfrage nach Exerzitien im herkömmlichen Sinn zurückgegangen ist, dominieren heute die Schwerpunkte Orientierung, Meditation, Theologie, soziale Verantwortung und Umwelt, Lebensbegleitung, Kreativität, Gesundheit und Erholung. Die Barrierefreiheit des Hauses eröffnet jetzt wieder allen Altersgruppen neue Möglichkeiten.
Von dieser Barrierefreiheit profitiert künftig nicht nur das Bildungshaus, sondern das Stift allgemein. Betroffen von der Umgestaltung waren drei Geschoße des denkmalgeschützten Objektes, was eine gute Planung und viel Fingerspitzengefühl bei der Ausführung erforderte. Der gesamte erste Stock rund um den Abteihof ist jetzt für Stiftsveranstaltungen barrierefrei erreichbar. Für manche sei es schon sehr beschwerlich gewesen, weiß Eva Fallmann, die im Vorjahr Mag. Leopold Wieseneder nachgefolgt ist, der von 1979 bis 2016 Organisationsleiter des Hauses war. Befinden sich doch alle Seminarräume im ersten Obergeschoß, ebenso der Großteil der Zimmer.

Neues Zielpublikum

Um den Kreis der Kursteilnehmer in Zukunft noch auszuweiten, wollen Altabt Wolfgang Wiedermann und Eva Fallmann neben den traditionellen Eigenveranstaltungen noch stärker auf Gastkurse zu setzen. Nicht zuletzt, um für eine gute Auslastung des Zimmerangebots zu sorgen. Willkommen sind aber auch Einzelgäste, die die Ruhe des Waldviertels und die Atmosphäre eines Klosters schätzen – und vielleicht auch so manch individuelle Betreuung durch die Klosterküche. Denn eines sei klar, jene Zielgruppe, die das Bildungshaus in früherer Zeit angesprochen und gut betreut hat, so Eva Fallmann, die ländliche und religiös aufgeschlossene Bevölkerung, sei schon stark zusammengeschmolzen, ein Strukturwandel sei enorm spürbar. Das merke man an der Auslastung mancher Kurse. F. Bertl

 

Tag der offenen Tür am 8. Juni


13.45 Uhr Kaffee und Kuchen im Vestibül.
14.30 Uhr Feierstunde im Festsaal; anschließend Segnung des neuen Lifts durch Diözesanbischof Klaus Küng sowie Rundgang durch die Räumlichkeiten des Bildungshauses und Information – stellvertretend für die Kurse des Hauses – vom Leiter der Akademie für Naturgestaltung, Franz-Josef Wein, über die Schwerpunkte der floristischen Meisterausbildung.