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Was mich trägt

Richard Wöginger. Foto: Hans Pflügl

„Mesner sein ist mir mehr als ein Job“. Oben am Berg strahlt die Basilika bereits in der Morgensonne. Tief unten liegt noch dicker, weißer Nebel. Richard Wöginger, seit 25 Jahren hauptberuflich Mesner in Maria Taferl, blickt hinunter ins Tal und meint: „Diesen Arbeitsplatz hier möchte ich nicht mehr aufgeben.“ „Mein Beruf ist interessant und abwechslungsreich zugleich“, erzählt der 56-jährige gelernte Technische Zeichner.

Denn Maria Taferl ist nicht nur Pfarre, sondern auch Wallfahrtsort. Jahr für Jahr kommen bis zu 300.000 Pilger. Es gibt mehr Gottesdienste, mehr Hochzeiten, mehr Andachten und auch Taufen. Da heißt es für den Mesner, auch Pilgergruppen zu betreuen und für größere Gruppen einiges vorzubereiten. „Vieles muss dann spontan geschehen“, weist er hin.
Richard Wöginger hat Freude an seinem Beruf. Er ist ihm mehr als ein Job. „Ich bin überzeugt, dass Chris­tus der tragende Hintergrund ist“, begründet er sein Engagement. Er arbeitet weithin selbstständig, auch wenn manche Stunden „so nebenbei“ anfallen und nicht mehr zum eigentlichen „Dienst“ zählen. Eine starre Trennung von Privatem, Mesnerdienst und Engagement in der Pfarre kennt er nicht. Trotzdem würde er diesen Beruf wieder wählen.
Oft ist seine Arbeit mehr als „nur“ Mesnerdienst. Leute fragen um die Baugeschichte der Kirche, um die Entstehung der Wallfahrt – und manch einer bringt seine persönlichen Probleme mit auf den Taferlberg, wie der Pilgerort auch genannt wird. Manche wollen sich mit jemandem aussprechen – und Richard Wöginger kann zuhören. „Manchmal muss ich auf einen unserer Patres verweisen“, erklärt er. „Dann, wenn Pilger eine persönliche Aussprache wollen.“
Schon als Kind und in der Jugend hat Richard Wöginger die Kirche und alles, was dort geschieht, interessiert. Als er dann seine Frau Ingrid kennen gelernt hat, ist er in die Nähe von Maria Taferl gezogen und hat sich beruflich neu orientiert. „Eine Tante hat uns damals zugeflüstert: Ihr seid das ideale Mesner-Ehepaar“, erzählt er schmunzelnd. „Ich bin’s geworden. Auch meine Frau ist in der Pfarre aktiv, aber nicht als Mesnerin.“ Richard Wöginger ist auch Leiter der diözesanen Mesner-Gemeinschaft, die derzeit 650 Mitglieder zählt.Hans Pflügl