Was mich trägt

Foto: Hans Pflügl

Gemeinschaft stärkt mich im Glauben. Hermine Voglauer, 46 Jahre, verheiratet, drei Kinder, Biobäuerin, Pfarre St. Anton an der Jessnitz im Porträt.

„Wir haben nur einen kleinen Pfarrgemeinderat“, erzählt Hermine Voglauer. „Sechs Frauen, sechs Männer, Organistin und Mesner.“ Sie selbst gehört ihm seit 25 Jahren an. Damals wurde sie vom Pfarrer berufen. Darüber hinaus ist sie auch als Lektorin tätig, organisiert den Lektorendienst und schreibt die Pfarrchronik.


„Es ist vor allem die Gemeinschaft, die ich dabei erfahre“, verrät die engagierte Lektorin. Zudem sind für sie und ihren Gatten jährliche Exerzitien der Jüngergemeinschaft, etwa im Stift Göttweig, und Wallfahrten nach Mariazell oder Medjugorje ein weiterer wichtiger Impuls. „Da erfahren wir immer wieder eine Stärkung unseres Glaubens“, merkt Hermine Voglauer an.
„Jeder, der will, dass sein Leben gelingt, kann das nur mit Gottes Hilfe“, ist sie überzeugt. „Ohne Glaube und Versöhnung wird es nicht gelingen.“ Nur so können auch Spannungen in Familie und Pfarre überwunden werden.


Schon in der Jugend war Hermine Voglauer in der Pfarre aktiv. Ihren Gatten hat sie in der Katholischen Jugend kennengelernt. Sichtlich erfreut weist sie hin, dass in ihrer Pfarre auch heute die Jugend noch aktiv sei – „zwar nicht mehr so stark wie früher, aber doch“. Jugendliche flechten die Erntekrone, gestalten das Erntedankfest samt Agape, binden den Adventkranz, engagieren sich bei den Silberjubilaren und der Erstkommunion und gestalten das Osterfeuer.


Aus eigener Erfahrung ist Hermine Voglauer überzeugt: Die Grundlagen für einen festen Glauben werden in der Familie gelegt. So soll der sonntägliche Kirchenbesuch auch mit den Kindern eingeübt werden. „Wenn man manchmal keine Lust hat, in die Kirche zu gehen, sollte man sich dazu überwinden“, meint sie. „Man kommt gestärkt durch einen Impuls, ein Wort aus der Predigt, den Text eines Liedes, mit neuer Kraft für die kommende Woche wieder nach Hause“, weiß die Biobäuerin zu berichten.


Es gab auch dunkle Stunden; seit einigen Monaten lebt sie mit einem Herzschrittmacher. „Damals war ich verzweifelt und mein Vertrauen wurde arg auf die Probe gestellt“, erinnert sie sich. Das gemeinsame Beten von Familie und Freunden sowie das Lesen religiöser Bücher haben ihr in dieser schwierigen Zeit geholfen. Von Hans Pflügl