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Mit Kindern über den Tod sprechen

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Zu Allerheiligen besuchen viele Familien den Friedhof. Aber auch wenn wir Fotos von verstorbenen Verwandten anschauen oder wenn ein Tier stirbt, kommen Kinder in Kontakt mit dem Tod und stellen manchmal Fragen zu diesem Thema.

Lieber möchte man den Kindern ja dieses traurige Thema ersparen. Warum mit Kindern über das Sterben sprechen? Tatsache ist aber, dass Kinder immer wieder damit in Kontakt kommen, und sei es nur beim Anblick eines toten Tieres. Und Kinder interessieren sich für ver­storbene Angehörige und ab und zu auch das Thema Tod an sich.
Wenn die Sprache darauf kommt – darin sind sich Pädagogen einig –, dann sollten Erwachsene eine klare Sprache verwenden, wie z. B.: „Die Nachbarin ist gestorben.“ Formulierungen wie „Sie ist von uns gegangen“ oder „Sie ist entschlafen“, wie man sie manchmal in Todesanzeigen verwendet, sind für Kinder missverständlich und können sogar Ängste hervorrufen: Ist Schlafen gefährlich? Wieso ist sie weggegangen, ohne sich zu verabschieden? Kommt sie wieder? Alle Fragen sollen erlaubt sein! Es hilft Kindern, wenn Erwachsene die Dinge beim Namen nennen – auch wenn es ihnen nicht immer leicht fällt.
Wie Kinder auf den Tod reagieren und in welcher Weise sie ihn verstehen, das hängt auch vom Lebensalter ab. Die folgenden Altersangaben sind durchschnittliche Erfahrungswerte, wie sie etwa die evangelische Religionspädaogin Christine Hubka in ihrem Kinderbuch „Wo die Toten zu Hause sind“ (siehe Buchtipp) weitergibt.

Kinder bis drei Jahre: Verluste und Trennungen werden emotional und über Stimmungen wahrgenommen. Es besteht noch keine Vorstellung vom Begriff Tod.

Kleinkinder bis fünf Jahre: Der Tod bedeutet Fortsein. Das Kind kann sich unter dem Tod noch nichts Endgültiges vorstellen und fragt, nachdem die Tante gestorben ist: „Wann kommt sie wieder zu­rück?“ Kinder dieses Alters können Phantasien bezüglich des Verschwin­dens der Person entwickeln (z. B. „von einer Fee verzaubert“). Sie reagieren auf den Verlust oft ängstlich: „Wer bringt mir jetzt Geschenke?“ Diese Sichtweise ist nicht egois­tisch, sondern entspricht dem Entwicklungsstand des Kindes. Beim Tod einer nahe stehenden Person ist es vor allem wichtig, das Kind erfahren zu lassen, dass seine Welt und sein Wohlergehen gesichert sind.

Kinder von fünf bis neun Jahre: Sie erkennen den Tod als endgültiges, unwiderrufliches Ereignis – allerdings noch nicht in Bezug auf ihre eigene Sterblichkeit. Alles Praktische rund um das Sterben und den Tod ist interessant: „Wie schwer wiegt der Sarg?“ oder „Wie wird das Grab gegraben?“. Solche Fragen sind nicht herzlos, sondern dienen der Orientierung.

Kinder ab neun Jahren: Sie begreifen, dass die Tatsache des Todes alles Lebendige betrifft, auch sie selbst. Auch der Tod eines Tieres wird nun sehr intensiv empfunden, weshalb das Kind auch in dieser Situation Trost braucht. Außerdem wird die Frage nach Gott und dem Schicksal des Verstorbenen interessant. Die Kinder spüren genau, ob ihr Antwort gebendes Gegenüber vom Glauben getragen und getrös­tet wird oder ob er oder sie nur vertrös­ten will.

Buchtipps

Christine Hubka: Wo die Toten zu Hause sind. Mit einem pädagogischen Anhang. Verlag Tyrolia, ab 5 Jahren.
Wo sind eigentlich die Toten? Das Buch greift auf Bilder und Worte zurück, mit denen die Bibel das Jenseits beschreibt: ein Haus mit vielen Wohnungen, Gottes Licht, Musik, Festmahl usw.

Regine Schindler: Pele und das neue Leben. Verlag Ernst Kaufmann, für Kinder von 4 bis 8 Jahren.
Peles Freund stirbt, und Pele lernt, dass der Tod wie das Sterben eines Samenkorns in der Erde ist. Die tröstliche Erzählung der Theologin und vierfachen Mutter Regine Schindler enthält eindrucksvolle Sybmole.

Laurence Bourguignon: Der alte Elefant. Verlag Brunnen, von 5 bis 7 Jahren.
Zum Sterben muss der Elefant eine Brü­cke überqueren. Doch seine Freundin, die kleine Maus, will das verhindern …