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Mesner – Diener für Gott und die Menschen

Die Mesnerinnen und Mesner der Diözese St. Pölten bewältigen in den Pfarren ein vielfältiges und breit gestreutes Aufgabenfeld. Beim Mes­nerkurs, den die Mesner Gemeinschaft im nächsten Jahr wieder anbietet, wird entsprechendes Wissen vermittelt.

Er ist wohl der berühmteste Mesner Österreichs: der selige Franz Jägerstätter, der in seiner Heimat in St. Radegund (OÖ) diese Aufgabe inne hatte. Weil er aus Glaubensgründen den Kriegsdienst verweigerte, wurde Jägerstätter 1943 von den Nationalsozialis­ten hingerichtet. Sein Bildnis ziert heute eine Seite der Fahne der St. Pöltner Mesner Gemeinschaft, auf der anderen Seite ist der hl. Bruder Konrad von Parzham zu sehen, der Patron der Mesner.
Rund 650 angemeldete Mesnerinnen und Mesner gibt es in der Diözese St. Pölten. Diözesanangestellte davon sind drei: Richard Wöginger (Wallfahrtspfarre Maria Taferl), Johann Noppinger (Krems St. Veit) und Franz Lehrbaumer (Dom­pfarre St. Pölten). Die meisten Mesnerinnen und Mesner versehen ihre Aufgaben heute ehrenamtlich – manchmal allein, immer öfter aber gibt es in den Pfarren richtige Mesnerteams, wie z. B. in der Pfarre Steinakirchen, wo sich bis zu zwölf Mes­nerinnen und Mes­ner im „Radl“ abwechseln. Über die Mesner Gemeinschaft werden die Mesnerinnen und Mesner entsprechend geschult – ab Februar 2017 wird eine derartige Ausbildung wieder angeboten (siehe Infobox).
Die Mesneraufgaben sind sehr vielfältig und breit gestreut, berichten die Mesner. Ihre Aufgaben reichen vom Aufsperren der Kirchentür, der Betreuung des Schriftenstandes über die Reinigung der Kelche, Ziborien oder Ölgefäße bis hin zum Vorbereiten von Andachten, Taufen oder Hochzeiten. Sie sind oft alles in einer Person: Haus­meis­ter, Verwalter, Pfarrsekretär, Lektor, Kommunionhelfer und manchmal auch – wenn der Pfarrer nicht zugegen ist – Seel­sorger für Menschen, die in der Pfarre bzw. Kirche vorbeikommen.
Aber gerade weil diese Aufgabe so vielseitig und abwechslungsreich ist, ist sie auch so interessant, betont Richard Wöginger. Um nichts in der Welt wolle er einen anderen Job haben. Wöginger ist Diözesanleiter der Mesner Gemeinschaft der Diözese St. Pölten. In dieser Funktion wurde er am 12. November bei der 31. Diözesankonferenz der Dekanatsvertreter der Diözese St. Pölten bestätigt – ebenso wie seine Stellvertreterinnen Andrea Hahn, Antonia Geppl, Othmar Schürz und Karl Hinterwallner.
Ins Leben gerufen wurde die St. Pöltner Mesnergemeinschaft in den Jahren nach dem Krieg. Bei einer vom Seelsorgeteam St. Pölten in Zusammenarbeit mit der Wiener Mesner Gemeinschaft veranstalteten Wallfahrt nach Maria Taferl am 7. Juni 1951 wurde im Rahmen eines Mesnertages das Proponentenkomitee nominiert, dem die Gründung der Mesner Gemeinschaft übertragen wurde. Dem Komitee gehörten die Mesner Josef Abdel aus Strengberg, Josef Deuretzbacher aus Scheibbs und Karl Wurz aus Krems an.

Jahrzehnte im Einsatz für die Mesner Gemeinschaft

Am 30. Jänner 1953 errichtete der damalige Diözesanbischof Michael Memelauer die Berufsgemeinschaft der Mesner und berief Ordinariatssekretär Ferdinand Wimmer zum geistlichen Beirat. Wimmer trieb das Werden der Mesner Gemeinschaft in der Diözese St. Pölten weiter voran. Als der Ordinariatssekretär 1969 starb, folgte ihm der damalige Ordinariatsrat Josef Wansch in dieser Funktion nach. Prälat Wansch ist bis heute der geistliche Beirat der Mesner Gemeinschaft St. Pölten.
1953 wurde auch ein Diözesanleiter der Berufsgemeinschaft provisorisch bestellt – Karl Wurz, Stadtpfarrmesner von Krems. Das Provisorium währte über Jahrzehnte. Erst bei der Konferenz der Mesner-Dekanatsvertreter im März 1989 wurde Wurz zum regulären Diözesanleiter bestellt. Ihm folgten später Johannes Leitner, Mesner in Krems St. Veit (1994 – 1999), Karl Lechner von Spitz (1999 – 2003) und Leopold Mayer von Freundorf (2003 – 2008).
Seit 2008 ist Richard Wöginger Diözesanleiter der Mesner Gemeinschaft. Diese lädt alljährlich zu diversen Angeboten ein: So führte heuer z. B. der Einkehrtag zu Altabt Berthold Heigl ins Stift Seitenstetten, Maria im Gebirge bei Horn war Ziel einer
Maiandacht. Die Gemeinschaftsfahrt führ­te in das Gebiet Phyrn – Priel und alle zwei Jahre wird gemeinsam mit der Katholischen Männerbewegung zur Patroziniumswallfahrt nach St. Radegund, der Heimat des seligen Mesners Franz Jägerstätter, eingeladen.



Grundausbildung zum Mesnerdienst

Mesnerkurs. Nicht nur, wer neu das Amt der Mesnerin/des Mesners übernimmt, sondern auch jenen, die diese Tätigkeit schon länger ausüben, bietet die Mesner Gemeinschaft der Diözese St. Pölten im Jahr 2017 im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten wieder einen Mesnerkurs an. Dieser besteht aus einem Grund- und einem Abschlusskurs von jeweils drei aufeinanderfolgenden Tagen. Theoretisches Fachwissen und praktische Anleitungen werden von erfahrenen, in der Praxis tätigen Ausbildnern vermittelt. Zudem soll der Kurs durch das vermittelte Sachwissen in Glaubenslehre, Liturgie und praktischer Mesnerarbeit die Sicherheit und das Selbstvertrauen der Kursteilnehmer/innen stärken und sie zum Mesnerdienst befähigen.

Was sollte eine Mesnerin/ein Mesner mitbringen? Wer den Mes­nerdienst übernehmen will, sollte eine positive Einstellung zu Glaube und Kirche mitbringen, Freude am liturgischen und sakralen Dienst, abgeschlossene Berufsausbildung (wenn möglich in einem handwerklichen Beruf), Teamfähigkeit, selbständiges Arbeiten, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit, Bereitschaft an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten und Bereitschaft zur Weiterbildung.

Der Grundkurs beginnt am Dienstag, 14. Februar, ab 14 Uhr und endet am Donnerstag, 16. Februar, nach dem Mittagessen.

Der Abschlusskurs beginnt am Dienstag, 21. März, um 14 Uhr und endet am Donnerstag, 23. März, nach dem Mittagessen.

Kursgebühr: Der gesamte Kurs (Grund- und Abschlusskurs) kostet 95 Euro. Die Kosten für einen Tag Vollpension im Bildungshaus St. Hippolyt betragen im Einzelzimmer 63,30 Euro, im Doppelzimmer 54,30 Euro. Die Kosten werden im Regelfall zum Großteil von den jeweiligen Pfarren übernommen.

Anmeldung bis Ende Dezember 2016 bei den Pastoralen Diensten/Pfarre und Spiritualität. Tel. 02742/324 3332; E-Mail:
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Weitere Informationen auf der neuen Homepage der Mesner Gemeinschaft (www.mesner.at) oder bei der Österreichischen Mesnerschule, Martin Salzmann in Rankweil (Vorarlberg).
Tel. 0664/430 60 38; E-Mail: .

Sonja Planitzer