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Meine Berufung im Leben finden

Es ist eine Frage, die viele Menschen beschäftig: Wozu bin ich in meinem Leben berufen? Berufung ist eine Einladung und geht jeden etwas an, nicht nur Priester und Ordensleute.

Es ist eine Frage, die nicht nur, aber gerade junge Menschen umtreibt: Wo ist mein Platz im Leben? Wo gehöre ich hin? Letztlich geht es um die Frage: Was ist meine Berufung? Dabei ist der Begriff Berufung ein vielschichtiger. Vor allem aber verstehen die meisten darunter die geistliche Berufung zum Leben als Priester oder in einem Orden. Und viele andere interpretieren das Wort Berufung so, dass damit jeder erfüllende Beruf als Berufung gemeint ist –  ohne jede Beteiligung Gottes.


Wozu bin ich berufen? Mit dieser Frage hängt aber auch die Frage zusammen: Welche Begabungen sind mir von Gott geschenkt? Wer solche Fragen zulässt, der hat den ersten Schritt zu seiner Berufung getan. Als Jesus am See von Galiläa entlang ging, sah er Simon und seinen Bruder Andreas, wie sie gerade ihr Netz auswarfen; sie waren Fischer. Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, folgt mir! Ich mache euch zu Menschenfischern“ (Markus 1,16). Jesus hat seine Jünger gerufen. Er hat sie eingeladen, ihm zu folgen. Das war ihre Berufung.
Berufung hat etwas mit Einladung zu tun und sie geht jeden etwas an – nicht nur jene, die ihren Platz in der Kirche als Pries­ter oder im Ordensleben finden. Jesus ruft jeden Menschen, ihm zu folgen und das Leben in Fülle zu finden. Es gilt, der eigenen Berufung nachzuspüren und zu entdecken, was Gott mit mir vor hat. Wer sich auf Gott einlässt und diesen Fragen nachgeht, der wird auch auf Antworten stoßen, die die eigene Berufung ermöglichen und tragen.


Dazu eine Geschichte von Bruder Paulus im Pfarrbriefservice der deutschen katholischen Kirche: Vor jungen Menschen hatte er erzählt, dass er mit 19 Jahren seine Berufung gefunden hatte. „Wie haben Sie das nur tun können, wenn man noch nicht einmal sicher ist, dass es Gott gibt“, hatte ein 16-Jähriger gefragt. Die Antwort des Mönchs: „Deine Eltern haben auch nicht gewusst, wie das ist, Vater und Mutter zu sein. Mit deiner Geburt jedoch sind sie es geworden – und zwar für ein Leben lang. Deine Eltern haben dich – hoffentlich – ganz gewollt, ohne zu wissen, ob es dich so geben wird, wie sie sich das vorgestellt haben…“ Daran, so der Pater, könne man sehen, dass es etwas sehr Menschliches ist, sich für etwas ganz und gar zu entscheiden und seine Zukunft darauf ausrichten. Am Anfang stehe der feste Glaube, dass die Hoffnung und die Liebe einen zu etwas Großem berufen. Und das finde sich vor allem in einer Herzensentscheidung für diese Sache oder für diesen Menschen. Und auch für jenen Gott, an den in der Menschheitsgeschichte Generationen geglaubt hätten.

Berufungsjahr

Die franziskanischen Ordensgemeinschaften Österreichs bieten im neuen Arbeitsjahr das Franziskanische Berufungsjahr für Männer und Frauen zwischen 18 und 40 Jahren an. In kleinen Gruppen begibt man sich von Oktober 2016 bis Mai 2017 als kleine Gruppe von Suchenden auf den spannenden Weg, die richtige Lebensentscheidung zu treffen. Jede/jeder ist dazu herzlich willkommen – egal, ob es sie/ihn vom Gefühl her eher in Richtung Ehe, geweihtes Leben oder zu einem Leben als Single zieht. Orientierung wird dabei u. a. in der Spiritualität des heiligen Franziskus und der heiligen Klara von Assisi gesucht.

Schnuppertag: Am 22. Oktober findet im Geistlichen Zentrum der Franziskanerinnen in Vöcklabruck in Oberösterreich von 9.30 bis 16.30 Uhr ein ers­tes Treffen statt. Danach kann man endgültig die Entscheidung treffen, ob man an den folgenden fünf Treffen teilnimmt.

Anmeldung und weitere Infos bei Sr. Stefana Hörmanseder, Tel. 0676/88805 7148 und
Br. Stefan Kitzmüller, Tel. 0676/6245 808. Email: ; Homepage: www.infag.at

Sonja Planitzer