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„Mein Afrika in Niederösterreich“

Bild von Michael Wittmann

Mit dem Projekt „Blühendes Afrika“ wies die Caritas St. Pölten im heurigen Jahr auf diesen vielfältigen Kontinent hin – mit Konzerten, Workshops, Lesungen und einem Fotowettbewerb „Mein Afrika in Niederösterreich“. Im Cinema Paradiso in St. Pölten wurden nun die Gewinner prämiert.

Afrika – das ist ein Kontinent, der bei uns in den Medien vor allem im Zusammenhang mit Krisen, Katastrophen oder Krieg vorkommt, dabei ist es ein ungemein vielfältiger Kontinent mit einer reichhaltigen Kultur und mit großartigen Landschaften. Darauf wollten wir mit unserem Projekt „Blühendes Afrika“ hinweisen“, sagte Projektleiter Lukas Steinwendtner anlässlich der Prämierung der Sieger des Fotowettbewerbs „Mein Afrika in Niederösterreich“. Der Wettbewerb gehörte genauso zu dem Afrika-Projekt wie auch Lesungen, Konzerte, Filme oder Workshops auf dem eigens am Caritasgelände in der Hasnerstraße in St. Pölten angelegten „Afrikafeld“ während des Jahres.

150 Fotos von
rund 100 Fotografen

Über 150 Fotos von rund 100 Fotografen wurden im Laufe der letzten Monate eingereicht. „Die Auswahl fiel uns nicht leicht, weil sehr viele schöne, technisch perfekte, berührende oder auch fröhliche Fotos eingeschickt wurden“, sagte Kirche bunt-Chefredakteurin Sonja Planitzer, die gemeinsam mit der Fotografin Rita Newman, dem Obergrafendorfer Pfarrer Emeka Emeakaroha und Richard Solder von „Südwind“ in der Jury saß. Ein festgelegter Kriterienkatalog half die Gewinner auszuwählen: Der erste Preis ging an Michael Wittmann aus Pottenbrunn. Er überzeugte mit seiner atmosphärischen Schwarzweißaufnahme von seiner Tochter und einer Bekannten aus Senegal in der Mariazellerbahn.
Auf den weiteren Plätzen: Raphaela Söllner aus Böheimkirchen, deren technisch perfektes Foto von Hirschkälbern bei Neulengbach an  Tiere in der Savanne erinnerte. Franz Adolf aus Zwettl überzeugte mit einer stimmungsvollen „afrikanischen“ Aufnahme eines Baumes im Abendrot im Waldviertel – dieses Bild ziert auch die dieswöchige Titelseite von Kirche bunt.
Am vierten Platz konnte Raphael Kasparovsky aus Gloggnitz mit seinem berührenden Bild eines Afrikaners überzeugen. Und Bischofsvikar Gerhard Reitzinger heimste mit seinem fröhlichen Gruppenfoto, das er in der Pfarre Pottenbrunn aufgenommen hat, den fünften Platz ein.

Pfarrer Emeka Emeakaroha, der aus Nigeria stammt, beschloss den Abend mit einer heiter-besinnlichen Lesung aus seinem Buch „Erfahrungen eines Afrikaners in Österreich“. Dabei beschrieb er u. a. auf sehr unterhaltsame Weise seine Anreise 1995 nach Österreich – ins St. Pöltner Pries­terseminar .
Pfarrer Emeka: „Alle Informationen, die meine Familie über das Land Österreich erhielt, deuteten immer auf das Gleiche, nämlich, dass es in Österreich sehr, sehr kalt sei. (…) Als ich das österreichische Visum erhalten habe, hat sich meine Mutter bemüht, den allerwärmsten Pullover für mich irgendwo auf dem täglichen Markt oder in der Stadt aufzutreiben. Das war nicht sehr einfach für sie, weil es doch bei uns in Nigeria eher warm ist. Sie hat es trotzdem geschafft.“ Wie groß aber war für den Priesterstudenten dann die Überraschung, als er am Flughafen Wien landete: „In Wien herrschte strahlender Sonnenschein. Ich war wirklich angenehm überrascht. Es war der 4. August. Niemand in meinem Dorf hat mir erzählt, dess es in Österreich auch warm sein kann. Ich habe gespürt, dass es mindestens 25 Grad haben muss.“ Das Buch ist übrigens um 15 Euro direkt bei Pfarrer Emeka Emeakaroha in der Pfarre Obergrafendorf erhältlich. Tel.: 0664/487 33 78, Email: .

 


Missionarische Kirche

Am vorletzten Sonntag im Oktober begeht die katholische Kirche seit 90 Jahren den „Sonntag der Weltmission“. Er steht heuer am 23. Oktober unter dem Motto: „Missionarische Kirche, Zeugin der Barmherzigkeit“. Die neun Jahrzehnte seit seiner Einführung durch Papst Pius XI. im Jahr 1926 sind von einer starken Ausbreitung der Kirche geprägt. 80 Prozent der Katholiken lebten damals in Europa und Nordamerika. Und in 100 Jahren hat sich die Zahl der Katholiken von 366 Millionen auf 1,3 Milliarden im Jahr 2015 fast vervierfacht. „Ohne die Missionswerke wäre das nicht möglich gewesen“, so der österreichische Nationaldirektor von „Missio“, P. Karl Wallner.
Der „Weltmissionssonntag“ gilt als die größte Solidaritätsaktion der Welt – die weltweit durchgeführte Sammlung der Päpstlichen Missionswerke („Missio“) kommt rund 1.200 Diözesen in den ärmsten Ländern der Welt zugute. Durch diese Unterstützung wird in vielen Gegenden die pastorale und soziale Arbeit der Kirche überhaupt erst ermöglicht. Die Zuteilung der Spendengelder erfolgt über den Vatikan, wobei bestehende Diözesan- oder Pfarrpartnerschaften mit berücksichtigt werden.
In Österreich gibt es eine besondere Jugendaktion: Jugendliche bieten fair produzierte Süßigkeiten gegen eine Mindestspende an. Der Reinerlös der Aktion kommt Projekten in Südamerika, Asien und Afrika zugute. Infos: www.jugendaktion.at.

Vielfalt missionarischer Berufungen

Der Auftrag des Evangeliums „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ sei noch nicht zu Ende, betont Papst Franziskus in seiner Botschaft zum „Sonntag der Weltmission“. Vielmehr verpflichtet er zu einem neuen missionarischen Aufbruch. Dabei definiert Franziskus den Kreis der „Missionare“ neu. Mission sei nicht nur ein Auftrag für männliche Missionare, denn immer mehr „Frauen im Laienstand oder als Gottgeweihte und heute auch nicht wenige Familien verwirklichen ihre missionarische Berufung in unterschiedlichen Formen: von der direkten Verkündigung des Evangeliums bis zum karitativen Dienst“. Es gehe darum, sich um das Leben zu kümmern, „indem man vor allem den Personen und nicht so sehr den Strukturen sein besonderes Augenmerk widmet“.
Jedes Jahr stellt „Missio“ ein Beispielland schwerpunktmäßig vor. Heuer ist es Indien, bald das bevölkerungsreichste Land der Erde, mit unvorstellbaren Gegensätzen und einem Kastensys­tem, das vor allem Frauen benachteiligt und von der Entwicklung ausschließt. Die Kirche setzt sich für Frauen ein und hat bereits wichtige Beiträge zur Verbesserung ihrer Situation geleistet. Alphabetisierungskurse und Gesundheitsprogramme, vor allem im ländlichen Raum, wo die Analphabetenrate der Frauen 80 Prozent beträgt, sind ein erster Schritt. Mit Ausbildungsprogrammen sollen Kinderehen, Mädchenhandel und Abtreibungen weiblicher Föten eingedämmt werden.