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Gutenbrunn-Heiligenkreuz: Barockjuwel lädt zur Wallfahrt ein

Pfarrer Johannes Schörgmayer

Seit 2014 erstrahlt die Wallfahrtskirche Gutenbrunn-Heiligenkreuz östlich von Herzogenburg nach der Generalsanierung in neuem Glanz. Jetzt ist sie wieder Ziel zahlreicher Wallfahrergruppen.

Über den Winter ist die Kirche nur zu den Gottesdiensten geöffnet, seit Ostern ist das Barockjuwel wieder täglich zugänglich. Herzstück des Gotteshauses sind die Fresken von Franz Anton Maulbertsch, einem der berühmtesten Freskenmaler des Ba- rock. Ebenso kunsthistorisch bedeutend: der Hochaltar von Ferdinand von Hetzendorf, dem Schöpfer der Wiener Gloriette.

Pfarrer Johannes Schörgmayer ist es ein großen Anliegen, dass nach den Jahren der Renovierung, die 2014 mit der Weihe des neuen Volksaltars abgeschlossen wurde, die Wallfahrt „wieder in Schwung kommt“. Im Vorjahr waren bereits 30 Wallfahrergruppen in „Heiligenkreuz bei Herzogenburg“. Die Begrüßung der Wallfahrtsgruppen und die Führung nimmt Schörgmayer immer persönlich vor.

Die Wallfahrtskirche war auch schon Ort verschiedener Konzerte – etwa mit der a capella-Gruppe „main- street“ oder der „Königin der Panflöte“ Daniela de Santos.

Das Gotteshaus zählt zu den schöns- ten spätbarocken Landkirchen Österreichs. Ermöglicht durch die großzü- gige Stiftung des Wiener Weihbischofs Franz Anton Marxer (1703-1775) schufen hier bekannte Künstler aus dem Umkreis des Wiener Hofes ein be- deutendes Gesamtkunstwerk.

Lotteriegewinne ermöglichten Kauf des Schlosses

Durch zwei Lotteriegewinne vermögend geworden, erwarb Marxer, der auch Generalvikar von Wien war, 1754 mit Schloss Gutenbrunn auch eine Wallfahrtskapelle. Um der mit einem Gnadenbild verbundenen Marienver- ehrung einen angemessenen architektonischen Rahmen zu verleihen, ließ er durch den Hildebrandt-Schüler Johann Ohmeyer nach dem „Vorarlberger Münsterschema“ eine Kirche errichten, die 1758 geweiht wurde. In Erinnerung an seine Geburt in Heilig-Kreuz bei Tisis (nahe Feldkirch) nannte Marxer den Ort Heiligenkreuz.

Der junge Maulbertsch schuf hier seinen vierten Freskenauftrag mit dem Thema der Kreuzauffindung durch die heilige Helena im Zentrum. In der Flachkuppel über der Orgelempore ist eine Wallfahrtsszene zu Maria, Heil der Kranken, dargestellt.

In die Jahre 1758 bis 1775 fiel die Glanzzeit von Heiligenkreuz als Wall- fahrtsort ähnlich Mariazell oder Maria Taferl und man konnte an manchen Tagen sogar bis zu 5000 oder 6000 Pilger zählen.

1767 wurde der Westtrakt des Schlosses Heiligenkreuz-Gutenbrunn zu einem Alumnat der Diözese Passau ausgebaut. 1783 kam es im Zuge der Reformen von Kaiser Joseph II. zur Auflösung des Priesterseminars. Nach Josephs Tod wurde das Seminar 1791 nach St. Pölten verlegt und dort neu eröffnet.