Freiwilliger Einsatz für den guten Zweck

Margareta Pittl

Ob in Afrika, Lateinamerika, Asien oder in armen Ländern Europas – Freiwilligenarbeit im Ausland ist für viele junge Menschen nach ihrer Schul- bzw. Berufsausbildung oder nach dem Studium eine gute Gelegenheit, um für eine gewisse Zeit andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen und vor allem auch, um sich auf verschiedenste Weise für benachteiligte, arme Menschen einzusetzen.

Zwei junge Frauen aus der Diözese St. Pölten haben sich für solche Auslandseinsätze gemeldet: Die 26-jährige Margareta Pittl aus Emmersdorf an der Donau ist seit wenigen Wochen für „Jesuit-Volunteers“ in Mexiko und Sandra Schlögl aus St. Pölten wird für „Volontariat bewegt“ nach Indien gehen.

Mein Glück teilen

„Ich hatte das Glück in eine Zeit, in ein Land und in eine Familie hineingeboren worden zu sein, die es mir an nichts fehlen ließen. Als „Jesuit Volunteer“ möchte ich versuchen, dieses Glück zu teilen und dieses Privileg verantwortungsvoll zu nutzen“, sagt Margareta Pittl, die gerade ihr Studium (Deutsch und Katholische Religion auf Lehramt) abgeschlossen hat und nun in der Helen-Keller-Schule in Guadalajara in Mexiko blinde und sehbehinderte Kinder im Alter von drei Monaten bis 15 Jahre betreut bzw. unterrichtet.
Die Jesuitenmission hat sich dem Motto „Weltweit mit den Armen“ verschrieben. Über 600 Sozialprojekte, die sich über den ganzen Globus verteilen und von der Jesuitenmission geleitet oder unterstützt werden, zeugen davon. Jährlich werden 25 Freiwillige, „Jesuit Volunteers“, für ein Jahr in ein Sozialprojekt entsandt. Bis nächsten Sommer wird Margareta Pittl in Mexiko sein. Wer wissen will, wie es ihr dort ergeht, kann der jungen Frau auf ihrem Blog folgen, wo sie regelmäßig über ihre Erlebnisse berichtet: https://vamosamexiko.wordpress.com/margareta/

Armut hautnah erleben

Für die 17-jährige Rettungsschwimmerin Sandra Schlögl aus St. Pölten ist ehrenamtliches Engagement und ein solidarisches Miteinander seit ihrer Kindheit eine Selbstverständlichkeit. Ab Februar nächsten Jahres wird sie für „Volontariat bewegt“, eine Initiative von „Jugend Eine Welt“ und den Salesianern Don Bosco nach Indien gehen und sich in einem Straßenkinderprojekt engagieren.
Während der Übergangszeit bis Februar absolviert Sandra derzeit übrigens ein Kulturaustauschprogramm in China, u. a. um Mandarin zu lernen. Vom Volontariat in Indien erwartet sie sich „harte Arbeitstage mit wenig Zeit für mich“. „Ich erwarte mir auch, Armut hautnah zu erleben und dadurch eine neue Sensibilität für das Thema zu entwickeln, um mich nach meiner Rückkehr nach Österreich mit neuem Elan für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Ein konkretes Beispiel wäre etwa, als freiwillige Deutschlehrerin in einem kostenfreien Flüchtlingsdeutschkurs mitzuarbeiten, wie ich das bereits im vorigen Semester  gemacht habe.“

 

Einsatz – im In- und Ausland

Viele, die jetzt mit dem letzten Schul- bzw. Ausbildungsjahr beginnen, überlegen, was sie im nächsten Jahr machen werden. Ge­rade wer an ein soziales Jahr bzw. Aus­lands­jahr denkt, sollte frühzeitig zu planen beginnen. Folgend eine Auswahl verschiedener Möglichkeiten. Die meisten Pro­gram­me gelten übrigens als Zivildienstersatz.

Volontariat bewegt ist ein Angebot von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos. Es ermöglicht jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren, ein Jahr lang in einem Kinder- und Jugendsozialprojekt in Afrika, Asien oder Lateinamerika mitzuleben und -zuarbeiten. Infos: www.jugendeinewelt.at/volontariat.

Jesuit Volunteers ist ein Freiwilligen­pro­gramm der Jesuitenmission in armen Län­dern. Für das Einsatzjahr 2017/2018 kann man sich zum 31. Ok­to­ber 2016 be­wer­ben. Infos: www.jesuitenmission.de/vo­lun­teers/freiwilligendienst.html

Missionar auf Zeit (MaZ) – Orden, die das MaZ-Projekt anbieten, entsenden junge Erwachsene für einjährige Frei­willigen­einsätze in südliche Partner­länder. Infos bei den Salva­torianern (www. salvatorianer.at/ site/missionsoziales/missionaraufzeitmaz) oder bei den Steyler-Missi­o­naren (www.ssps.at/missionarin-auf-zeit.html).

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) – dieses ist von 18 bis 24 Jahren möglich. Der Ein­satz dauert 10 bis 11 Monate. Träger­orga­nisationen sind u. a. die Katholische Ju­gend und die Katholische Jungschar. Infos: www.fsj-at.org

Freiwilliges Umweltjahr – dies kann jeder ab 18 Jahren machen. Es gelten die gleichen Bedingungen wie für das FSJ, die Dauer liegt zwischen 6 und 12 Monaten. Infos: www.jugendumwelt.at/en/node/145

Österreichischer Auslandsdienst – dieser kann ab 17 Jahren für sechs bis zwölf Monate absolviert werden. Die Teilnehmer erhalten u. a. ein Taschengeld. Infos: www.auslandsdienst.at

Gedenkdienst – der Einsatz der Teil­neh­mer erfolgt in einer der Gedenkstätten im In- oder Ausland. Infos: www.gedenkdienst.at

Europäischer Freiwilligendienst – Erasmus+ – Junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren können bei gemeinnützigen Orga­nisationen für 2 bis 12 Monate mitarbeiten. Infos: www.jugendinaktion.at/europaeischer-freiwilligendienst