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Der „Dom der Wachau“ in neuem Glanz

In Verbindung mit dem Erntedankfest wurde am 9. Oktober der Abschluss der Renovierungsarbeiten am „Dom der Wachau“, der Stadtpfarrkirche Krems-St. Veit, mit einem Festgottesdienst gefeiert. Vor 400 Jahren wurde an der Stelle einer mittelalterlichen Kirche der Grundstein für die heutige Barockkirche gelegt.

Vor sieben Jahren waren herabfallende Mauer- und Putzteile die Steine des Anstoßes zu der groß angelegten Renovierung der Kremser Stadtpfarrkirche St. Veit. Eine der ers-ten Maßnahmen war das Einziehen eines massiven Stahlträgers über dem Presbyterium, um den Gewölbebogen zwischen Altarraum und Kirchenschiff zu stabilisieren. Trotz der langen Renovierungszeit blieb die Pfarrkirche ein lebendiges Gotteshaus, in dem trotz mancher Beeinträchtigung Liturgie gefeiert wurde. Jetzt ist es geschafft und es gab allen Grund zum Feiern.

Diözesanbischof Klaus Küng, Landeshauptmann Erwin Pröll, Prälat Otto Mochti aus Passau, Bürgermeis-ter Reinhard Resch, Pfarrer Franz Richter, Herwig Hauenschild, Vorsitzender-Stellvertreter des Pfarrgemeinderats und Obmann des Vereins „Domfreunde“, sowie zahlreiche weitere Ehrengäste feierten den Abschluss mit der Stadtpfarre St. Veit. Damit ist die zurzeit größte Kirchenrenovierung im Bereich der Diözese St. Pölten – neben der Basilika auf dem Sonntagberg –  abgeschlossen.
Diözesanbischof Küng sprach in seiner Predigt vom „Dom der Wachau“ als einem „Ort, der ausstrahlt und anzieht“. „Alles strahlt wieder“ und dazu hätten alle mitgeholfen. Man habe das nicht allein deshalb getan, um das Alte wieder strahlen zu lassen, sondern auch „im Blick auf die Gegenwart und die Zukunft“.
Die Dankbarkeit stand im Zentrum des Tages. Landeshauptmann Erwin Pröll bedankte sich bei Bischof Küng und der Diözese „für die exzellente Arbeit“, bei Pfarrer Richter „für die umsichtige organisatorische Begleitung dieser Renovierungsarbeiten“, sowie bei Bürgermeister Reinhard Resch, der Stadt Krems und den vielen Freiwilligen.
Man habe die Aufgabe, „das, was wir von unseren Vorfahren verantwortet bekommen haben, so zu hegen und zu pflegen, dass wir es gut weitergeben können“, sagte Pröll in seiner Festrede. Er bezeichnete den „Dom der Wachau“ als „Kunstwerk, das unsere Vorfahren gestaltet haben“. Dieser sei aber noch viel mehr  – er sei „ein Bauwerk mit Fingerzeig am Weg in die Zukunft“. Der Landeshauptmann sprach von einem „Signal für unseren verantwortungsbewussten Zugang zu unserem Erbe“.

Das geistige Band zwischen Krems und Passau

Im Jahre 1014 wurde die Pfarre Krems-St. Veit durch die Schenkung eines Grundstücks von Kaiser Heinrich II. an den Passauer Bischof Berengar gegründet. Über die Verbindung von Krems und Passau sprach Prälat Mochti in seinen Grußworten. Es sei eine „große Freude, wenn sich herangewachsene Töchter an ihre Mutter erinnern“, so der Prälat über das „geis-tige Band“ zwischen der Pfarre Krems-St. Veit und dem Bistum Passau.
„Krems ist aufgrund seiner tausendjährigen Geschichte reich an Denkmälern“, betonte Bürgermeister Resch, dazu zähle auch die Stadtpfarrkirche. „Seit 400 Jahren prägt der Dom der Wachau das Stadtbild und das Leben der Menschen.“ Der Bürgermeister dankte besonders Pfarrer Richter, dass er die Herausforderung, dieses Projekt zu meistern, angenommen habe. Man wisse, dass der Glaube Berge versetzen könne. Den stärksten Glauben habe Pfarrer Richter gehabt.

Dank des Pfarrers

„Es ist etwas Schönes ‚danke‘ zu sagen“, sagte Pfarrer Richter und bedankte sich bei Landeshauptmann Pröll und dem Land Niederösterreich, bei Bischof Küng und der Diözese, bei  Bürgermeister Resch und der Stadt Krems sowie beim Bundesdenkmalamt. Gemeinsam habe man einen großen Finanzierungsbeitrag aufgestellt. Sein Dank galt weiters „allen hier tätig gewesenen Firmen und Restauratoren“, es seien 74 an der Zahl gewesen, und er sagte „danke“ dem Domfreunde-Verein und dessen Vorstandsmitgliedern, „die sich im Laufe der letzten sieben Jahre engagiert für diese Renovierung eingebracht haben“, und für die vielen Spendenbeiträge.
Pfarrgemeinderat Dr. Herwig Hauenschild würdigte schließlich das Engagement von Stadtpfarrer Richter: „Du bist nicht nach Krems gekommen, um eine Kirche zu renovieren, aber als es notwendig wurde, hast du die Herausforderung angenommen – danke.“ Durch das Einbringen des Pfarrers könne man heute stolz hier stehen und eine „gelungene Renovierung“ feiern, so Hauenschild. Be

 

Die Pfarrkirche

1616 wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Baumeister war der aus Mailand stammende Cypriano Biasino. Errichtet wurde das Gotteshaus von 1616 bis 1630. Die Innenausstattung erfolgte erst 100 Jahre nach Fertigstellung. Die Deckenfresken Eucharistie, Liebe, Glaube und Hoffnung mit der heiligen Cäcilia wurden 1787 von J. M. Schmidt (Kremser Schmidt) geschaffen. Das Hochaltarbild aus dem Jahr 1734 mit der Darstellung des Martyriums des Pfarrpat-rons, des hl. Vitus, stammt von Johann Georg Schmidt (Wiener Schmidt).