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1616 kamen die Jesuiten nach Krems

Piaristengymnasium, Piaristenkirche, Südflügel des Piaristen- (Jesuiten-) Kollegs (v. l.).

Am 13. März 1616 wurden die ersten drei Jesuiten in Krems feier- lich empfangen. Der Orden wirkte bis 1773 in der Stadt.

Die Stadt Krems war gegen Ende des 16. Jahrhunderts protestantisch ge-worden. Zur Wiedergewinnung der Bürger für die katholische Kirche wurden 1586 die ersten Jesuiten als Prediger nach Krems gesandt. Die Rekatholisierung ging aber nur langsam vonstatten. Daher wurde der Ruf nach Errichtung einer ständigen Jesuitenniederlassung laut.

Graf Adolph von Althann beschloss 1615 die Stiftung eines Jesuitenkollegs und beabsichtigte, den Patres zunächst die Liebfrauenkirche auf dem Berg (heute Piaristenkirche) zur Verfügung zu stellen. Nachdem der Bischof von Passau und der Generalobere des Jesuitenordens ihre Zustimmung gaben, wurden die ersten drei Jesuiten in Krems empfangen. Die Gesellschaft Jesu erwarb einige Häuser und Graf von Althann beschenkte das von ihm gestiftete Kolleg mit Gütern. Weitere Grundstücke, Häuser, Weingärten, aber auch ganze Dörfer fielen dem Orden durch Schenkungen, Stiftungen, Erbschaften usw. zu.

Die Bergkirche zu „Unseren Lieben Frau“ wurde von den Jesuiten mit einem neuen Hochaltar, der Franz-Xaver-Kapelle sowie einer neuen Orgel, einem Chorgestühl und Seitenaltären ausgestaltet. Das Kollegium wurde erst 1708 fertiggestellt. Bereits im Jahr der Nieder- lassung begannen die Jesuiten mit dem Schulunterricht in gekauften Häusern, 1693 wurde mit dem Bau einer neuen Schule gegenüber dem Kolleg begon- nen. Diese besuchten nach zwei Monaten schon 100 Schüler.

1687 stiftete Gräfin Eustachia von Althann eine größere Summe für die Errichtung eines Knabenkonvikts, das ab 1693 zwischen 15 und 30 Zöglinge aufnahm. Dieses Seminar war von Anfang an für die Ausbildung von „Singknaben“ bestimmt, die hier wohnten und in der Jesuitenkirche singen sollten.

Neben den Tätigkeiten in Krems selbst arbeiteten die etwa dreißig Jesuiten, die in der Niederlassung lebten, auch in den Dörfern der Umgebung als Beichtväter, Prediger, Gefängnisseelsorger, in der Krankenpflege, der Armenfürsorge, Katechese und der Volksmission.

Mit der Aufhebung der Gesellschaft Jesu im Jahre 1773 endete die Präsenz der Jesuiten in Krems. Alles Vermögen des Ordens, das nach der Versorgung der Mitglieder übrig blieb, kam in Form eines „Studienfonds“ dem staatlichen Unterrichtswesen zugute. Das Kolleg sowie die Kirche und Schule wurden an die Piaristen übergeben, die einzelnen Güter verkauft, das Seminar aufgelöst. Mag. Peter Granser